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Als am 17. September
1871 die Planitzer St. Johannesgemeinde gegründet wurde, gehörten
zu ihr von Anfang an auch Glieder, die in Zwickau wohnten. Hier
gab es seit 12. September 1869 ebenso einen Lutheranerverein wie
in Dresden und Planitz. Er hielt seine Sitzung im Vereinszimmer
der Restauration Louis Trögers (Ecke Dr.-Friedrich-Ring/Max-Pechstein-Str.;
später befand sich in diesem Haus die Moritz-Apotheke). Die
Lutheranervereine in Dresden und Zwickau wandten sich an ihr damaliges
Kirchenregiment und baten, dass aller schrift- und bekenntiswidrigen
Lehre und Praxis entgegentreten werde. Ihre Eingaben wurden abschlägig
beschieden. Als dann seit der Landessynode von 1871 die sächsischen
Landessynode von 1871 die sächsischen Pfarrer nicht mehr auf
die 'reine Lehre der evangelisch-lutherischen Kirche' verpflichtet
wurden, sondern die Freiheit erhielten, 'nach bestem Wissen und
Gewissen' zu entscheiden, was das reine und lautere Evangelium von
Christus sei, traten mehrere Mitglieder der sächsischen Lutheranervereine
aus der Landeskirche aus und schlossen sich zu lutherischen freikirchlichen
Gemeinden zusammen. (Evangelisch-Lutherische Freikirche)
Gründung der
Gemeinde
Nach dem 1. Weltkrieg verstärkten sich die Bemühungen
um die Gründung einer eigenen freikirchlichen, lutherischen
Gemeinde in Zwickau. Am Abend des 25. Januar 1922 versammelte man
sich dann unter Leitung von Pastor Martin Willkomm (Planitz) im
Vereinszimmer der "Herberge zur Heimat" zur Gründung
der St. Petri-Gemeinde.
Den Namen wählte man nach dem Siegelspruch 1Petr 2,9, der stets
an die Missionsaufgabe erinnern soll:
"Ihr seid das auserwählte Geschlecht, die königliche
Priesterschaft, das heilige Volk, das Volk des Eigentums, dass ihr
verkündigen sollt die Wohltaten dessen, der euch berufen hat
von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht."
Im Dezember 1923 berief die St. Petri-Gemeinde Pastor Gotthilf Herrmann
zu ihrem ersten eigenen Seelsorger. Er hat der Gemeinde fast 30
Jahre als Pastor gedient (1924-1952).
Ihm folgten im Dienst des heiligen Predigtamtes: Otto Tesar (1952-54),
Johannes Kunad (1955-1956), Günter Wachler (1956-1974), Arno
Böhm (1974-1985) Reimund Hübener (1988 -2005) Andreas
Drechsler (seit 2005).
Von der Gaststätte
zum Gotteshaus
1924 kaufte die St. Petri-Gemeinde das ehemalige Gasthaus am
Römerplatz 5. Am 30.10.1924 beantragte sie den Einbau eines
Kirchsaales für ca. 450 Personen, der am 25.2.1925 genehmigt
wurde. Schon am Sonntag Quasimodogenti, dem 19. April 1925, konnte
die Kirche geweiht werden.
Seither versammelten sich die St. Petri-Gemeinde sonntäglich
zum Gottesdienst in ihrer "Hofkirche". Durch Gottes gnädige
Fügung blieb das Gotteshaus auch während der Bombenangriffe
bewahrt, die seit Mai 1944 Teile der Stadt in Trümmer legten.
1947 entschlosssich die Gemeinde zur Anschaffung einer Orgel. Die
Weihe der Orgel fand am 1. Advent, dem 27.11.1949, statt. Das alte
Harmonium erhielt die Paulusgemeinde in Saalfeld.
Sollte Sie die Geschichte
der Gemeinde ausführlicher interessieren, bieten wir hier Genaueres
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