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P.S. Ich liebe Dich

Eine zärtliche Umarmung, ein Strauß üppig roter Rosen, ein Liebesbrief, geschrieben mit zarter Handschrift. Alles nur Klischees aus dem Hollywood-Kino? Wie zeigt man dem anderen wirklich, dass man ihn liebt?

Eine Frau meinte einmal fast beiläufig: „Mein Mann sagt mir, dass er mich liebt, nicht durch die Blume, sondern durch den Mülleimer!“ Eine interessante Liebeserklärung: Ich kann auf ihn zählen, wenn es darauf ankommt. Er hilft mir auch bei den weniger angenehmen Dingen im Leben. Er ist da, wenn ich ihn brauche. Das ist Liebe: Sie opfert sich auf für den anderen.

Soviel ist klar: Liebe ist mehr als nur ein Wort oder eine nette Geste. Liebe ist der Entschluss zu handeln. Eine Entscheidung des Willens. Nicht nur ein flüchtiges Gefühl. Wer liebt, der gibt. Immer und überall. Koste es, was es wolle.

Liebe – stark wie der Tod?
Aber für den Geliebten das Leben hergeben? Ist das nicht zuviel verlangt? Kann man solche Liebe erwarten oder planen oder gar einfordern? Ist das nicht ein Opfer, das es nur in absoluten Ausnahmesituationen gibt? Ein Idealbild, von dem die Dichter schreiben: „Ich lasse den Freund dir als Bürgen, Ihn magst du, entrinn' ich, erwürgen… Und schweigend umarmt ihn der treue Freund. Und liefert sich aus dem Tyrannen. Der andere ziehet von dannen…“ (Friedrich Schiller, Die Bürgschaft).

Edelmut und Aufopferung, Liebe, die stärker ist als der Tod. Das ist schon beeindruckend. Aber die Frage bleibt: Wem nützt das am Ende? Was nützt die größte Hingabe, wenn sie nur von einem Menschen stammt? Kann doch keiner einen andern auslösen oder für ihn an Gott ein Sühnegeld geben - denn es kostet zuviel, ihr Leben auszulösen; er muss davon abstehen ewiglich. (Psalm 49,8f)

Ja, es gibt solche selbstlose Liebe. Vielleicht in Zeiten von Krieg und Verfolgung. Wenn es um Leben oder Tod geht. Wenn einer bereit ist zu sterben, um die Menschen, die er liebt, zu schützen.

Liebe bis in den Tod
Aber wirklich retten kann uns nur die Liebe des einen. Sucht ihr mich, so lasst diese gehen… (Joh 8,18) Auch dieser Mann liebt bis in den Tod. Aber sein Opfer überragt alles andere, weil hier nicht nur ein edelmütiger Mensch sein Leben für seine Freunde gibt. Hier geht Gottes sündloser, heiliger und vollkommener Sohn in den Tod. Und das ist kein Unfall, sondern seine Bestimmung. Dazu ist er gekommen, um für uns zu leiden und zu sterben. Freiwillig. Aus Liebe. Niemand nimmt mein Leben von mir, sondern ich selber lasse es. (Joh 10,18) sagt Jesus. Und damit ist sein Tod nicht nur ein Musterbeispiel für selbstlose Liebe. Es ist das Opfer, das für meine und deine Schuld bezahlte! Das Opfer, durch das dir das Leben geschenkt ist.

Für seine Freunde
Niemand hat größere Liebe, als die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde. Diese Liebe stellt Jesus unter Beweis: in der Nacht, als er verraten wurde und in den qualvollen Stunden am Kreuz. Und schließlich nach seiner siegreichen Auferstehung in der Begegnung mit... seinen Freunden.

Und wer sind diese Freunde? Versager allesamt: schwache sündige Menschen, Zweifler, Verleugner, Christenverfolger... Für sie kommt Jesus. Um sein Leben an ihrer Stelle zu geben und dadurch aus Gottes Feinden Gottes Freunde zu machen. Sein Opfer, das aus Liebe geschah, tilgte alle Sünde vor Gott. Niemand hat größere Liebe. Und an dieser Liebe besteht kein Zweifel, weil es die Liebe des Gottessohnes ist. Für Freunde. Für Feinde. Für Dich. Denn wenn wir mit Gott versöhnt worden sind durch den Tod seines Sohnes, als wir noch Feinde waren, um wieviel mehr werden wir selig werden durch sein Leben, nachdem wir nun versöhnt sind. (Röm 5,10)

Jesus sagt:
Es gibt keine größere Liebe,
als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt.
Johannes 15,1
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Andreas Drechsler
Pfarrer der St. Petrigemeinde Zwickau



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