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Alle Jahre wieder - und doch etwas Besonderes

Weihnachten, das Fest des Lichtes und der Freude, soll die Gemüter erhellen und den Geist erheben. Kann es geschehen, dass dieses Fest eher Verdruss bringt und Langeweile?
Man geht zur Kirche und es gibt dieselben Lieder, dieselben Lesungen, die gleiche Dekoration wie alle Jahre. Im Familienkreis wird man wieder mit denselben nicht immer unterhaltsamen Leuten zusammen sitzen. Auf den Tisch kommt das übliche Festessen und unter dem Baum liegen wieder die Päckchen mit Büchern, Schlips und Parfüm. Hat Weihnachten dieses Jahr die Chance, ein besonderes Fest zu werden? Erwarten wir zu viel von dem Fest, wenn wir uns neue Kraft und neuen Mut erhoffen?
Hier kommt ein Vorschlag:
Das Christfest wird etwas Besonderes, wenn wir zurückgehen zur Botschaft der Bibel. Was unsere Bemühen um ein gelungenes Fest nicht dauerhaft vermitteln können, bekommen wir geschenkt durch den Blick auf Gottes Bemühungen an jenem ersten Weihnachten.
Der Engel, der Joseph mitteilte, dass Maria schwanger ist, erinnerte an ein altes Prophetenwort. Das Kind wird man “Immanuel” nennen. Das heißt: Gott ist mit uns. Gott kommt zu uns. Doch er kommt nicht als der gewaltige Schöpfer, der weit über uns steht. Er kommt nicht als der Richter, der gegen uns steht. Er kommt, um mit uns zu sein. Er kommt um uns zu helfen, uns zu lieben und uns zu erretten.
Gott kommt zu uns. Doch Gott wohnt in einem Licht, dem sich niemand nähern darf. Die Bibel berichtet, wie es dem Gottesvolk unter Todesstrafe verboten war, auf den Berg Gottes, den Sinai, zu steigen. Dieser Gott, zu dem man bisher nur durch die Vermittlung von Priestern kommen konnte, der kam uns nicht nur nahe, er wurde einer von uns.
Wie kann man sich den ungeheuren Abstieg vorstellen? Ein Manager hat in den Chefetagen eines großen Konzerns eine leitende Stellung inne und bekommt ein sechsstelliges Gehalt. Doch er gibt dieses Leben auf, um irgendwo putzen zu gehen und sich von einer Lohnzahlung zur anderen durchzukämpfen. Unvorstellbar! Vollends unbegreiflich ist, warum Gott sich erniedrigte und Mensch wurde. Gott in Windeln! Die Fülle der Gottheit wohnt in einem hilflosen Kleinkind. Der allmächtige Gott, der allen ihr tägliches Brot gibt, muss sich auf die Versorgung durch seine Mutter verlassen.
Warum tut Gott das? Er kam, um uns zu retten. Er lebte stell-vertretend das voll-kommene und heilige Leben, das Gott von uns erwartet. Er kam, um zu lehren, zu predigen und Kranke zu heilen. Er kam, um geschlagen, verspottet und schließ-lich gekreuzigt und verworfen zu werden. Er kam, um unsere Sünden zu tragen. Er starb, damit wir leben können. Immanuel – Gott ist mit uns. Diese Tatsache kann unser Christfest aus dem Alltag herausheben und zu einem besonderen Fest machen.
Wir haben uns daran gewöhnt, dass es für alles eine Erklärung gibt. Man kann sagen, dass unsere Welt regelrecht entzaubert wurde. Der Bericht von Weihnachten jedoch besticht durch seine Wunder. „Bei Gott ist kein Ding unmöglich“ - das sagte der Engel zu Maria, als er ihr die Schwangerschaft ankündigte. Eine Jungfrau wird schwanger – das kann doch nicht sein! Doch Gott setzt die Gesetze der Natur außer Kraft, um Mensch zu werden. Engel, diese unsichtbaren Helfer, begleiten die Christgeburt und bereiten Zacharias, Maria und Joseph auf die Ereignisse vor und machen die Geburt des göttlichen Kindes den Hirten bekannt.
Die Wunder gehen noch weiter. Selbst den Kaiser in Rom rückt Gott wie eine Schachfigur, sodass er zum Gelingen der Christgeburt beitragen musste. Er ordnete die erste Volkszählung in seinem Reich an, in deren Folge Maria und Joseph nach Bethlehem reisten. Ein unnatürlicher Stern stellte die Verbindung zum Zweistromland her und ließ die Weisen aus dem Morgenland die Kamele satteln. Ein ebenso denkwürdiges Wunder besteht darin, dass Gott die Ereignisse schon Jahrhunderte zuvor durch Propheten angekündigt hatte. Diese Wunder geben dem Christfest sein Geheimnis und seinen besonderen Glanz.
Geschenke unter dem Weihnachtsbaum bieten ein schönes Bild. Doch zu richtigen Geschenken werden sie erst, wenn wir sie auspacken und uns darüber freuen. So passiert es auch mit den Ereignissen der Christgeburt. Das Geschenk Gottes darf nicht verpackt bleiben in der Schachtel der antiken Geschichte oder dem Karton der geistlichen Musik vergangener Jahrhunderte. Reißen Sie das Geschenkpapier auf! Öffnen Sie die Verpackung und machen Sie sich das Geschenk zu eigen. Glauben Sie daran, dass Gott auch für Sie Mensch geworden ist. Vertrauen Sie Ihr ganzes Leben dem an, der für Sie gekommen ist in Armut und Not. Lassen Sie dieses Kind Herr sein in Ihrem Leben. So wird das Christfest auch dieses Jahr ein ganz besonderes Fest, das neue Kraft gibt für das kommende Jahr.


      

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