Die Leipziger St. Trinitatisgemeinde ist nun bereits über
100 Jahre alt. Zwei Frauen, Fräulein Schwabe und Fräulein Seifert, Glieder der
lutherischen Landeskirche in Leipzig, waren gegen Ende des 19. Jahrhunderts auf
die Evangelisch-Lutherische Freikirche aufmerksam geworden. Hier fanden sie,
was sie in der eigenen Kirche vermissten: die unverfälschte Verkündigung des
Evangeliums. Deshalb schlossen sie sich 1893 der Lutherischen Freikirche an.
Seit 1892 finden regelmäßig Gottesdienste in Leipzig statt.
1907 wird Leipzig eine selbständige Gemeinde und zunächst
von Crimmitschau, zeitweise auch von Dresden aus versorgt. 1921 kann August
Stallmann als erster Pastor berufen werden. Bis zum zweiten Weltkrieg zählt die
Gemeinde 170 bis 200 Glieder in Leipzig und Bitterfeld. Nach 1945 wächst ihre
Zahl durch Flüchtlinge aus dem Ostern auf über 400. Bis zum Mauerbau verliert
sie jedoch viele wieder nach den Westen, so dass die Zahl auf den
Vorkriegsstand zurückgeht.
Als sich unsere Kirche Anfang der 80-er Jahre in schwerem
Ringen zur Heiligen Schrift als dem irrtumslosen Wort Gottes bekennt, kommt es
auch in Leipzig zu schmerzhaften Trennungen. Der größere Teil der Gemeinde
folgt ihrem damaligen Pastor zur Altlutherischen Kirche. Heute beträgt die
Gliederzahl unserer Gemeinde wieder fast 50. Damit sind wir eine kleine, aber auch
eine junge und lebendige Schar.
Nach Höhen und Tiefen, die wir durchlebt haben, gilt unser
Dank vor allem dem Herrn der Kirche. Er ist es, der Menschen gewinnen und
Herzen bewegen kann. Er schenkt auch die vielfältigen Gaben, die in der
Gemeinde zum Nutzen aller eingesetzt werden dürfen.
Wir in Leipzig profitieren von unserem Umfeld. Einige
unter uns haben einen Arbeitplatz im großstädtischen Raum gesucht und gefunden.
Andere studieren an der Universität. Wo Schwestergemeinden Abgänge verbuchen,
haben wir so - zumindest zeitweise - dazu gewinnen dürfen. Über junge Familien,
die in Leipzig sesshaft geworden sind, freuen wir uns besonders.
Vor allem aber ist uns die Nähe zur theologischen
Ausbildungsstätte unserer Kirche zum Segen geworden. Gemeinsam nutzen wir das
kleine Gemeindezentrum in der Sommerfelder Straße 63. Während der Woche finden
hier die Morgenandachten des Seminars statt. Am Sonntag trifft sich unsere
Gemeinde zum Gottesdienst. Oft gehören ja auch die Studenten mit ihren Familien
zur Gemeinde und bereichern das Gemeindeleben.
Im Laufe der Jahre konnten wir immer wieder
Glaubensgeschwister aus dem Raum der Konfessionellen Evangelisch-Lutherischen
Konferenz in unserer Mitte begrüßen. Oft verbinden diese einen Besuch am
Seminar mit dem Gottesdienst in unserer Mitte. Grundsätzlich aber freuen wir
uns über jeden Gast, ganz gleich woher er kommt.
Der Herr segne Zeugnis und Dienst, die in und durch unsere St. Trinitatisgemeinde Gemeinde in Leipzig geschehen.