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2.Hauptstück
Das Glaubensbekenntnis
92. Was ist hier mit »Glauben« gemeint?
Das zweite Hauptstück redet von der Lehre und dem Inhalt des
Glaubens, das heißt davon, an wen und was wir Christen glauben sollen. Unsere
Glaubenslehre ist im Apostolischen Glaubensbekenntnis in drei Artikeln
zusammengefasst.
93. Warum enthält unser Glaubensbekenntnis drei Artikel?
Die drei Artikel des Glaubensbekenntnisses reden von dem dreieinigen Gott, der allein wahrer Gott ist. Er ist ein einziger Gott, und doch sind drei Personen in ihm: Vater, Sohn und Heiliger Geist.
Beachte: Mit unserer menschlichen Vernunft können wir dieses Geheimnis nicht begreifen.
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(202) 5Mose 6,4*: Höre Israel, der Herr, unser Gott, ist ein einziger Herr.
(203) Mt 28,19f*: Gehet hin und macht zu Jüngern alle Völker: Tauft sie im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie halten alles, was ich euch befohlen habe.
(204) 2Kor 13,13: Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!
(205) 4Mose 6,24-26: Der Herr segne dich und behüte dich; der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden. (= aaronitischer Segen)
(BG) 1Mose 1,1-3 Schöpfung (vgl. dazu Joh 1,1)
Mt 3,16f Taufe Jesu
94. Warum ist es wichtig, die drei Personen in Gott voneinander zu unterscheiden?
Diese Unterscheidung ist nötig, weil die Heilige Schrift selbst Unterschiedliches über das Verhältnis der Personen in Gott aussagt, z.B. dass der Sohn vom Vater in Ewigkeit geboren ist, und dass der Heilige Geist vom Vater und Sohn ausgeht.
Beachte: Von diesen Aussagen ist das rettende Evangelium nicht zu trennen, dass Gott Vater seinen einziggeborenen Sohn hingab, damit alle, die durch den Heiligen Geist an ihn glauben, nicht verloren gehen.
[zurück zu: Frage 160 , Anhang 4.8]
(206) Ps 2,7: Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt.
(207) Joh 15,26: Wenn aber der Tröster kommen wird, den ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, der wird Zeugnis geben von mir.
(208)
Gal 4,6: Weil ihr nun Kinder seid, hat Gott den Geist seines Sohnes
gesandt in unsre Herzen, der da ruft: Abba, lieber Vater!
95. Was wissen wir aus der Heiligen Schrift über Gott?
Die Heilige Schrift sagt uns: Gott ist Geist; er ist ewig, allgegenwärtig, allmächtig und allwissend; heilig, gerecht und wahrhaftig; gütig, barmherzig und gnädig.
(209) Joh 4,24: Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.
(210) Ps 90,1f: Herr, du bist unsre Zuflucht für und für. Ehe denn die Berge wurden und die Erde und die Welt geschaffen wurden, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit.
(211) Ps 102,28: Du aber bleibst, wie du bist, und deine Jahre nehmen kein Ende.
(212) Jer 23,23f: Bin ich nur ein Gott, der nahe ist, spricht der Herr, und nicht auch ein Gott, der ferne ist? Meinst du, dass sich jemand so heimlich verbergen könne, dass ich ihn nicht sehe? spricht der Herr. Bin ich es nicht, der Himmel und Erde erfüllt? (= allgegenwärtig) Vgl. Ps 139,7-16!
(213) Lk 1,37: Bei Gott ist kein Ding unmöglich. (= allmächtig).
(214) Ps 139,1-4: Herr, du erforschest mich und kennest mich. Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehst meine Gedanken von ferne. Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege. Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, Herr, nicht schon wüsstest. (= allwissend)
(215) Jes 6,3: Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll!
(216) Dan 9,7: Du, Herr, bist gerecht, wir aber müssen uns alle heute schämen.
(217) Ps 33,4: Des Herrn Wort ist wahrhaftig, und was er zusagt, das hält er gewiss.
(218) Ps 145,9: Der Herr ist allen gütig und erbarmt sich alle seiner Werke.
(219) 2Mose 34,6f*: Herr, Herr Gott, barmherzig und gnädig und geduldig und von großer Gnade und Treue, der du bewahrst Gnade in tausend Glied und vergibst Missetat, Übertretung und Sünde.
(220)
1Joh 4,8: Gott ist die Liebe.
96. Wissen die Menschen auch ohne die Heilige Schrift etwas von Gott?
Ja, aus den Werken der Schöpfung und durch das Gewissen weiß der Mensch etwas von Gottes Dasein, Macht und Weisheit. Dieses Wissen macht aber noch keinen Menschen selig.
(221) Röm 1,19f: Was man von Gott erkennen kann, ist unter ihnen offenbar; denn Gott hat es ihnen offenbart. Denn Gottes unsichtbares Wesen, das ist seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit der Schöpfung der Welt ersehen aus seinen Werken, wenn man sie wahrnimmt, so dass sie keine Entschuldigung haben. (= natürliche Gotteserkenntnis)
(222) Röm
2,14f*: Wenn die Heiden, die das Gesetz nicht haben, doch von Natur tun des
Gesetzes Werk, so sind sie, obwohl sie das Gesetz nicht haben, sich selbst ein
Gesetz. Sie beweisen damit, des Gesetzes Werk ist geschrieben in ihren Herzen,
zumal ihr Gewissen es ihnen bezeugt, dazu auch die Gedanken, die sich
untereinander verklagen oder entschuldigen.
97. Was heißt »an Gott glauben«?
An Gott glauben heißt, mit gewisser Zuversicht auf ihn vertrauen. Vertrauen auf Gott schließt ein,
dass ich ihn durch die Heilige Schrift als meinen Herrn und Heiland im Herzen erkenne;
dass ich alles für wahr halte und dem zustimme, was er in der Bibel offenbart.
Voraussetzung des Glaubens ist, dass ich das Evangelium höre und kenne.
Vertrauen:
(223) Ps 118,8: Es ist gut, auf den Herrn vertrauen und nicht sich verlassen auf Menschen.
(224) Hebr 11,1: Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.
(225) 2Tim 1,12*: Ich weiß, an wen ich glaube, und bin gewiss, er kann mir das anvertraute Gut bewahren bis an jenen Tag.
(226) Apg 16,31: Glaube an den Herrn Jesus, so wirst du und dein Haus selig!
Erkenntnis:
(227) Joh 17,3: Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.
Vgl. Joh 17,8!
Zustimmung:
(228) Joh 5,46: Wenn ihr Mose glaubtet, so glaubtet ihr auch mir; denn er hat von mir geschrieben.
(229) Joh 5,24: Jesus Christus spricht: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen.
Vgl. Joh 3,36!
Kenntnis:
(230) Röm 10,14: Wie sollen sie aber an den glauben, von dem sie nichts gehört haben?
(231) Röm 10,17: So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Christi.
(BG) Mt 15,21-28 Die kanaanäische Frau
Lk 7,1-10 Der Hauptmann von Kapernaum
Joh 4,46-53 Der königliche Beamte
98. Welcher Glaube ist darum falsch und kann mich nicht selig machen?
Selig machen kann mich nicht:
ein eingebildeter Glaube, der in Wahrheit nur Kopfwissen ist;
»Vielleicht-Glaube«, weil er kein Vertrauen ist;
ein selbstgemachter Glaube an einen »Gott« nach eigenen Vorstellungen;
ein Gefühlsglaube, der sich mit Gott verbunden fühlt, aber dem nicht vertrauen will, was er uns sagt;
ein »Wunsch-Glaube«, der darauf hofft, dass der Glaube anderer ihm helfen könnte;
ein »toter« Glaube, der keine Früchte bringt und meint, ohne Gottes Gebote leben zu können.
(232) Jak 2,19: Du glaubst, dass nur einer Gott ist? Du tust recht daran; die Teufel glauben's auch und zittern. (= kein bloßes Kopfwissen)
(233) Hab 2,4: Der Gerechte aber wird durch seinen Glauben leben. (= kein stellvertretender Glaube)
(234) Lk 7,50: Dein Glaube hat dir geholfen; geh hin in Frieden! (= kein stellvertretender Glaube)
(235) Jak 2,17: So ist auch der Glaube, wenn er nicht Werke hat, tot in sich selber. (= kein toter Glaube) Vgl. Joh 15,5!
(BG) Mt 25,8-12 Die törichten Jungfrauen