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Die Bedeutung des Gesetzes
81. Können uns Gottes Gebote dazu bewegen, ihn zu lieben und seinen Willen zu erfüllen?
Nein, denn seit dem Sündenfall sind wir Menschen – so wie wir geboren werden – überhaupt nicht fähig, auch nur im geringsten Gott zu lieben und seine Gebote zu befolgen.
(176) Ps 14,3: Sie sind alle abgewichen und allesamt verdorben; da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer.
(177)
Jes 64,5: Aber nun sind wir alle wie die Unreinen, und alle unsre
Gerechtigkeit ist wie ein beflecktes Kleid.
82. Was ändert sich an diesem Zustand durch die Wiedergeburt?
Der wiedergeborene Christ fängt an, aus dankbarem Glauben an Gottes Vergebung in Liebe zu Gott nach seinen Geboten zu leben. Er vermag sie aber nur unvollkommen zu erfüllen. Auch ihm haftet das alte Wesen noch an, und er kann durch sein Tun vor Gott nicht bestehen. Er bleibt in diesem Leben ein Sünder. Vgl. zur Wiedergeburt die Fragen 109, 189 und 258-261!
(178) Hiob 14,4: Kann wohl ein Reiner kommen von Unreinen? Auch nicht einer!
(179) Phil 3,12: Nicht, dass ich's schon ergriffen habe oder schon vollkommen sei; ich jage ihm aber nach, ob ich's wohl ergreifen könnte, weil ich von Christus Jesus ergriffen bin.
(180) Ps 143,2: Geh nicht ins Gericht mit deinem Knecht; denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht.
(181)
Jak 2,10: Wenn jemand das ganze Gesetz hält und sündigt gegen ein
einziges Gebot, der ist am ganzen Gesetz schuldig.
83. Welchen Zweck hat das Gesetz, wenn es doch kein Mensch erfüllen kann?
Das Gesetz hat einen dreifachen Zweck:
In der Welt wehrt es die gröbsten Ausbrüche der Sünde einigermaßen ab. Es ermöglicht dadurch das Zusammenleben der Menschen und hilft zu äußerer Ordnung (= Riegel).
Vor allem aber lehrt das Gesetz alle Menschen, ihre Sünden zu erkennen, damit sie zum Sünderheiland fliehen (= Spiegel).
Uns Christen zeigt das Gesetz außerdem, wie wir nach Gottes Willen leben sollen (= Regel). Vgl. die Fragen 166 und 167 (Leben in der Heiligung, gute Werke)!
[zurück zu: Frage 167]
Riegel:
(182) Röm 2,14f*: Wenn die Heiden, die das Gesetz nicht haben, doch von Natur tun des Gesetzes Werk, so sind sie, obwohl sie das Gesetz nicht haben, sich selbst ein Gesetz. Sie beweisen damit, des Gesetzes Werk ist geschrieben in ihren Herzen.
Spiegel:
(183) Röm 3,20: Durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde.
(184) Röm 7,7: Die Sünde erkannte ich nicht außer durchs Gesetz. Denn ich wusste nichts von der Begierde, wenn das Gesetz nicht gesagt hätte: »Du sollst nicht begehren!«
Regel:
(185) Ps 119,9: Wie wird ein junger Mann seinen Weg unsträflich gehen? Wenn er sich hält an deine Worte.
(186)
1Joh 5,3: Das ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten; und
seine Gebote sind nicht schwer.
84. Was ist Sünde?
Sünde ist jede Abweichung von der Richtlinie des göttlichen Gesetzes und damit Abkehr von Gott.
(187) 1Joh 3,4: Wer Sünde tut, der tut auch Unrecht, und die Sünde ist das Unrecht.
(188) Röm 8,7: Fleischlich gesinnt sein ist Feindschaft gegen Gott.
(189)
Röm 14,23: Was aber nicht aus dem Glauben kommt, das ist Sünde.
85. Wie ist die Sünde in die Welt gekommen?
Die Sünde kam in die Welt
durch den Teufel: Er ist zuerst von Gott abgefallen;
durch den Menschen: Er hat sich vom Teufel verführen lassen und in die Sünde eingewilligt.
(190) 1Joh 3,8: Wer Sünde tut, der ist vom Teufel; denn der Teufel sündigt von Anfang an.
(191) Röm 5,12: Durch einen Menschen ist die Sünde in die Welt gekommen und der Tod durch die Sünde.
(BG)
1Mose 3 Der Sündenfall
86. Welche Arten der Sünde kann man grundsätzlich unterscheiden?
Es gibt zwei Arten von Sünde: Erbsünde und Tatsünde.
87. Was ist Erbsünde?
Erbsünde ist die Sünde, die wir von Adam her geerbt haben. Sie besteht in der vollkommenen Verdorbenheit unserer menschlichen Natur. Durch sie sind wir von Geburt an:
der anerschaffenen Gerechtigkeit und Heiligkeit beraubt (vgl. zum Ebenbild Gottes die Fragen 108 und 109);
zu allem Bösen geneigt und
der ewigen Verdammnis verfallen.
[zurück zu: Anhang 4.7]
(192) Ps 51,7: Siehe, ich bin als Sünder geboren, und meine Mutter hat mich in Sünden empfangen.
(193) Joh 3,6: Was vom Fleisch geboren ist, das ist Fleisch; und was vom Geist geboren ist, das ist Geist.
(194) Röm 7,18: Ich weiß, dass in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt.
(195) 1Mose 8,21: Das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf.
(196)
Eph 2,3: Wir waren Kinder des Zorns von Natur wie auch die andern.
88. Was ist Tatsünde?
Tatsünde ist die Sünde, die wir in Gedanken, Worten und Taten begehen. Bei diesen Sünden kann man außerdem solche unterscheiden, die wir begehen,
indem wir das Böse tun oder das Gute unterlassen;
aus Schwachheit oder vorsätzlich;
wissentlich oder unwissentlich.
Zur »Sünde gegen den Heiligen Geist« vgl. die Frage 171!
(197) Mt 15,19: Aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsches Zeugnis, Lästerung.
(198) Jak 4,17: Wer nun weiß, Gutes zu tun und tut's nicht, dem ist's Sünde.
(BG) 1Mose 37,4-28 Josephs Brüder
2Kön 5,19-27 (Gehasi)
Lk 22,3-6 (Judas Iskariot)
89. Wodurch werden wir Sünder vor Gott gerecht und selig?
Wir werden gerecht und selig:
nicht dadurch, dass wir die Gebote Gottes einhalten oder die Sünde wiedergutmachen,
sondern dadurch, dass wir an Jesus Christus glauben.
So werden wir von der Schuld, Herrschaft und Strafe der Sünde befreit.
Beachte: Diese gute Botschaft von der Gnade Gottes in Jesus Christus nennen wir »Evangelium«. Vgl. die Fragen 143, 187-192!
(199) Joh 3,16: Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.
(200)
Röm 1,16: Ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft
Gottes, die selig macht alle, die daran glauben.
90. Warum nützt uns das Einhalten der Gebote nichts, wenn es um das Seligwerden geht?
Wir können nichts von unserer Schuld bei Gott abtragen, denn:
Alles Gute in Gedanken, Worten und Taten, das wir je tun können, hat Gott schon zuvor von uns gefordert. Deshalb kann es keine überschüssigen guten Werke geben.
Nicht einmal das von uns geforderte Gute können wir leisten und laden dadurch immer mehr Schuld auf uns.
Selbst die vermeintlich guten Werke, mit denen wir bei Gott etwas verdienen wollten, gelten vor ihm nichts, weil sie nicht aus Liebe zu ihm geschehen.
(201)
Lk 17,10: Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen ist, so sprecht:
Wir sind unnütze Knechte; wir haben getan, was wir zu tun schuldig waren.
91. Welcher Unterschied besteht zwischen Gesetz und Evangelium?
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Das Gesetz: |
Das Evangelium: |
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a. |
lehrt uns, was wir tun oder unterlassen sollen; |
lehrt, was Gott zu unserer Seligkeit getan hat und noch tut; |
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b. |
zeigt uns unsere Sünde und Gottes Zorn; |
zeigt uns den Heiland und Gottes Gnade; |
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c. |
fordert, droht und verdammt; |
verheißt und schenkt uns Vergebung, Leben und Seligkeit und macht sie uns ganz gewiss; |
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d. |
ruft menschlichen Zorn und Ablehnung hervor und bringt uns den Tod; |
ruft uns freundlich zu Christus, wirkt den Glauben und schenkt uns das Leben; |
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e. |
muss den gleichgültigen Sündern gesagt werden. |
muss den erschrockenen Sündern gesagt werden. |