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4.0 / 4.1 / 4.2 / 4.3 / 4.4 / 4.5 / 4.6 / 4.7 / 4.8
Im folgenden werden die in unserem Land bekanntesten
christlichen Kirchen und Gemeinschaften genannt und bei jeder einige Lehren
angegeben, in denen sie sich von den bekenntnistreuen lutherischen Kirchen
unterscheiden. In Klammern ist dabei auf Bibelstellen hingewiesen, zu welchen
diese Lehren im Widerspruch stehen.
Am Anfang muss etwas gesagt werden, was heute leider für fast alle bekannten Kirchen und Gemeinschaften gilt (auch für hier nicht erwähnte, z. B. die evangelischen Landeskirchen). Für diese Kirchen als Ganze (wenn auch nicht für alle ihre Glieder) kennzeichnend und bestimmend ist:
Was in ihnen tatsächlich gelehrt und verkündigt wird, stimmt weithin nicht überein mit ihrer offiziellen Lehre, mit ihren rechtlich gültigen Bekenntnissen. Gerade neben den Lehren, die in den kirchlichen Bekenntnissen schriftgemäß bezeugt werden, duldet oder fördert man solche Lehre und Verkündigung, die der Heiligen Schrift widerspricht und letztlich ihr Evangelium verfälscht. Dadurch steht die den Glauben gefährdende Unwahrheit gleichberechtigt neben der göttlichen Wahrheit, deren Zuverlässigkeit dadurch fragwürdig gemacht wird (Lehrvielfalt, Unionismus). Beharrliche falsche Lehre, die die Kirche innerlich zertrennt, soll aber nach Gottes Wort weder durch äußere kirchliche Gemeinschaft noch durch gemeinsame Gottesdienste und Sakramentsfeiern überdeckt werden (vgl. 1Kor 1,10; Röm 16,17; Joh 8,31f und Frage 183).
Von ihnen wird nicht mehr die ganze Heilige Schrift für das vom Heiligen Geist eingegebene und irrtumslose Wort Gottes gehalten. Sie unterziehen vielmehr die Bibel selbst mehr oder weniger der Kritik durch Vernunft und Wissenschaft. Dadurch ist die Heilige Schrift auch nicht mehr die einzige Norm, an der geprüft und beurteilt werden kann, was rechte oder falsche Lehre ist. Darum ist Lehrzucht in diesen Kirchen so gut wie unmöglich geworden.
In ihnen bestimmt darum die Heilige Schrift auch kaum noch die Weise, das Ziel und die Grenze kirchlichen Handelns, z. B. gegenüber der Welt, von Kirche zu Kirche sowie an den eigenen Kirchengliedern, die sich von Wort und Sakrament gelöst haben. Fehler und Mängel im kirchlichen Handeln kommen zwar überall vor, aber sie sind nur dort entschuldbar, wo man sie als solche ansieht und um ihre Überwindung bemüht ist.