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Das sechste Gebot

Du sollst nicht ehebrechen.

Was heißt das?

Wir sollen Gott fürchten und lieben, dass wir keusch und zuchtvoll leben in Worten und Werken und in der Ehe einander lieben und ehren.

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45.       Was ist die Ehe?

Die Ehe ist eine göttliche Stiftung, durch die ein Mann und eine Frau lebenslang miteinander zu einer leib-seelischen Gemeinschaft verbunden sind. Sie setzt ein gegenseitiges Treueversprechen voraus.

Beachte: Das Treueversprechen der beiden Eheschließenden allein berechtigt noch nicht zum Vollzug der ehelichen Gemeinschaft. Denn die Ehe betrifft nicht nur diese beiden Menschen. Sie ist eine öffentliche Gottesordnung, die der Achtung und des Schutzes durch die Öffentlichkeit bedarf. Deshalb treten die Eheschließenden mit ihrem Treueversprechen vor die Öffentlichkeit. Dies geschieht heute durch die standesamtliche Eheschließung.

(BG)   1Mose 2,18-24 Stiftung der Ehe (vgl. Mt 19,3-6)

            Mt 1,18-25 Treueversprechen bei Maria und Joseph (Verlobung)

46.       Wozu hat uns Gott die Ordnung der Ehe gegeben?

  1. Die Ehe soll den Menschen vor dem Alleinsein bewahren und ihm das Glück inniger Gemeinschaft schenken. In ihr ergänzen sich Mann und Frau, stehen sich bei und teilen ein Leben lang Freude und Leid miteinander.

          Vgl. Eph 5,21-33 (Haupt und Gehilfin; Geheimnis der Ehe an Christus dargestellt)!

  1. Nach Gottes Willen soll die Ehe der Erhaltung der Menschheit dienen. Durch Kinder schenkt Gott einer Ehe besonderen Segen. Eheleute, denen Gott Kindersegen versagt, kann er auf andere Weise segnen oder sie zum Segen werden lassen.

  2. Die Ehe soll dem geschlechtlichen Verlangen Erfüllung schenken und uns vor sündiger Zügellosigkeit bewahren.

Glück der Gemeinschaft:

(104)   1Mose 2,18: Gott der Herr sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die um ihn sei.

(105)   Gal 6,2: Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.

(BG)    1Mose 2,15-24 Gott gibt Adam Eva zur Frau

            Ps 128 Gottes Segen in der Familie

Kinder als Segen der Ehe:

(106)   1Mose 1,28: Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde. Vgl. 1Tim 2,15!

(107)   Ps 127,3: Siehe, Kinder sind eine Gabe des Herrn, und Leibesfrucht ist ein Geschenk.

(BG)    1Sam 1 Hannas Gebet um Kindersegen

Bewahrung vor Zügellosigkeit:

(108)   1Kor 7,2*: Aber um Hurerei zu vermeiden, soll jeder seine eigene Frau haben und jede Frau ihren eigenen Mann.

(109)   1Kor 7,9: Es ist besser zu heiraten, als sich in Begierde zu verzehren.

47.       Worauf haben Christen zu achten, bevor sie eine Ehe eingehen?

  1. Sie erbitten Gottes Führung bei der Wahl ihres Ehepartners.

  2. Besonders bitten sie Gott um einen Partner, der mit ihnen im Glauben und Bekennen eins ist.

  3. Sie suchen den Rat und das Einverständnis ihrer Eltern. Vgl. 4. Gebot!

Gottes Führung:

(110)   Jak 1,5f*: Wenn es aber jemandem unter euch an Weisheit mangelt, so bitte er Gott, der jedermann gern ohne Vorwurf gibt; so wird sie ihm zuteil werden. Er bitte aber im Glauben und zweifle nicht.

(111)   Spr 19,14: Haus und Habe vererben die Eltern; aber eine verständige Ehefrau kommt vom Herrn.

(BG)    1Mose 24,12ff Eliesers Gebet

Einigkeit im Glauben:

(112)   Spr 31,30: Lieblich und schön sein ist nichts; ein Weib, das den Herrn fürchtet, soll man loben.

(113)   Mt 10,37: Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert. Vgl. Lk 14,26!

(BG)    1Kön 11,4ff Salomos heidnische Frauen

            1Kön 16,31 Ahabs heidnische Frau

Einverständnis der Eltern:

(114)   Kol 3,20: Ihr Kinder, seid gehorsam den Eltern in  allen Dingen; denn das ist wohlgefällig in dem Herrn. Vgl. Eph 6,1!

(BG)    1Mose 24 Isaak bekommt eine gläubige Frau

            1Mose 26,34f Esaus ungläubige Frauen

48.       Was sagt die Heilige Schrift zur Ehelosigkeit?

  1. Obwohl die Ehe Gottes Stiftung und Ordnung ist, muss nicht jeder Mensch eine Ehe eingehen. Wem es von Gott gegeben ist, auch ohne Ehe in geschlechtlicher Reinheit zu leben, der kann ehelos bleiben. Vgl. Fragen 50-52!

  2. Ein Christ, der diese Gabe hat, kann seine Kraft ungeteilt in den Dienst des Reiches Gottes stellen. Vgl. 1Kor 7,7f.25ff und Mt 19,11f!

(115)   1Kor 7,7: Jeder hat seine eigene Gabe von Gott, der eine so, der andere so.

(116)   1Kor 7,32: Wer ledig ist, der sorgt sich um die Sache des Herrn, wie er dem Herrn gefalle.

49.       Warum sollen sich Christen kirchlich trauen lassen?

Christliche Eheleute sollen sich kirchlich trauen lassen, weil es eine gute christliche Ordnung ist. Denn in der kirchlichen Trauung

  1. stellen sie ihre Ehe unter Gottes Wort,

  2. bekennen sie sich zum christlichen Glauben,

  3. suchen sie die Fürbitte der Gemeinde und

  4. empfangen sie Gottes Segen für ihre Ehe.

(117)   Mt 18,19: Wenn zwei unter euch eins werden auf Erden, worum sie bitten wollen, so soll es ihnen widerfahren von meinem Vater im Himmel.

(118)   Kol 3,17: Alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn.

50.       Was ist im sechsten Gebot verboten?

Verboten ist alles, wodurch die göttliche Ordnung der Ehe in Gedanken, Worten oder Werken gebrochen, verletzt oder entheiligt wird, es sei dies innerhalb oder außerhalb der Ehe (z.B. durch voreheliche Beziehungen, Zusammenleben in eheähnlichen Gemeinschaften).

Beachte: Gott will die Gemeinschaft der Geschlechter, aber er will sie nicht im Widerspruch gegen seine eigene Ordnung, darum erlaubt er sie nur in der Ehe.

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(119)   Eph 5,3f*: Von Hurerei aber und jeder Art Unreinigkeit oder Habsucht soll bei euch nicht einmal die Rede sein, wie es sich für die Heiligen gehört. Auch schandbare und närrische oder lose Reden stehen euch nicht an, sondern vielmehr Danksagung.

(120)   Eph 5,12: Denn was von ihnen heimlich getan wird, davon auch nur zu reden ist schändlich.

(121)   Mt 19,6: Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden!

(122)   Mt 19,9*: Wer sich von seiner Frau scheidet, es sei denn wegen Hurerei, und heiratet eine andere, der bricht die Ehe.

(123)   Lk 16,18: Wer sich scheidet von seiner Frau und heiratet eine andere, der bricht die Ehe; und wer die von ihrem Mann Geschiedene heiratet, der bricht auch die Ehe.

(124)   2Petr 2,14*: Sie haben Augen voll Ehebruch und sind im Sündigen unersättlich, locken an sich leichtfertige Menschen.

(125)   Mt 5,27f: Ihr habt gehört, dass gesagt ist: »Du sollst nicht ehebrechen.« Ich aber sage euch: Wer eine Frau ansieht, sie zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen.

(126)   Hebr 13,4: Die Unzüchtigen und die Ehebrecher wird Gott richten.

(BG)    Ri 16,1-4 Die Geliebten Simsons

            2Sam 11 Davids Ehebruch

            Mt 14,1-12 Herodes und Herodias

51.       Was ist in diesem Gebot uns und allen Menschen geboten?

In allen geschlechtlichen Fragen soll unser Denken, Reden und Tun rein und zuchtvoll sein.

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(127)   Röm 13,13*: Lasst uns ehrbar leben wie am Tage, nicht in Fressen und Saufen, nicht in Unzucht und Ausschweifung, nicht in Streit und Eifersucht.

(128)   Eph 4,29*: Lasst kein faules Geschwätz aus eurem Munde gehen, sondern redet, was nützlich zur Besserung ist, wo es not tut, damit es Segen bringe denen, die es hören.

(129)   1Kor 6,19: Wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch ist und den ihr von Gott habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört?

(BG)    1Mose 39,7ff Joseph bei Potiphar

52.       Was ist dazu nötig?

Wir sollen mit Gottes Wort und Gebet, durch Arbeit und maßvolles Leben gegen unsere Begierden kämpfen und alles meiden, was uns zu Sünden gegen das sechste Gebot verführt (z.B. in Büchern, Zeitschriften, Filmen usw.).

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(130)   Ps 51,12: Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz, und gib mir einen neuen, beständigen Geist.

(131)   1Kor 6,18: Flieht die Hurerei! Vgl. 1Tim 5,22!

(132)   2Tim 2,22: Fliehe die Begierden der Jugend!

(133)   Spr 1,10: Mein Sohn, wenn dich die Bösen locken, so folge nicht.

53.       Was ist in diesem Gebot besonders den Eheleuten geboten?

Sie sollen ihren Ehepartner lieben und ehren, der Mann seine Frau als »Gehilfin«, die Frau ihren Mann als ihr »Haupt«. Vgl. Eph 5,22-33; 1Mose 2; 3; die Haustafel!