Katechismus > 6.Hauptstück > Abendmahl 1 / Abendmahl 2 / Abendmahl 3 / Abendmahl 4
Fasten und leiblich sich bereiten ist zwar eine
feine äußerliche Ordnung; aber der ist recht würdig und wohl geschickt, der
den Glauben hat an diese Worte: »für euch gegeben« und »vergossen zur
Vergebung der Sünden«. Wer aber diesen Worten nicht glaubt oder zweifelt, der
ist unwürdig und ungeschickt. Denn das Wort »Für euch« fordert nichts als gläubige
Herzen.
301. Was ist mit »würdigem« Abendmahlsempfang gemeint?
Dieser Ausdruck weist darauf hin, dass das Abendmahl in einer
Weise empfangen werden soll, die der hohen Gabe angemessen ist.
302. Warum hängt soviel davon ab, wie wir das heilige Abendmahl empfangen?
Je nachdem, wie wir das heilige Abendmahl empfangen, bringt es uns Segen oder Gericht.
(662)
1Kor 11,27-29*: Wer unwürdig von dem Brot isst oder von dem Kelch des
Herrn trinkt, der ist schuldig am Leib und Blut des Herrn. Der Mensch prüfe
aber sich selbst, und so esse er von diesem Brot und trinke von diesem Kelch.
Denn wer unwürdig isst und trinkt, der isst und trinkt sich selber zum Gericht,
weil er nicht unterscheidet den Leib des Herrn. (»unterscheiden« = das heilige
Abendmahl nicht von gewöhnlichem Essen unterscheiden)
303. Woran entscheidet sich, ob wir das Sakrament in rechter Weise empfangen?
Das entscheidet sich einzig und allein am Glauben:
Wer den Worten »für euch ...« glaubt, der empfängt Leib und Blut Christi zum Heil.
Wer diesen Worten nicht glaubt, der empfängt Leib und Blut Christi zum Gericht.
[zurück zu: Frage 307]
(BG) Mt 8,5-13 Der Hauptmann von Kapernaum (besonders V. 8)
Lk 15,19 Der verlorene Sohn
Lk 18,9-14 Pharisäer und Zöllner im Tempel
304. Geben also äußere Vorbereitung und Ehrerbietung beim Abendmahl schon die Garantie für einen rechten Empfang?
Nein, denn auch Heuchler wahren den äußeren Schein. Aber nur mit glaubendem Herzen können wir die Vergebung empfangen, die Christus mit seinem Leib und Blut schenken will.
Glaube und dankbare Ehrfurcht vor der großen Gabe werden sich aber andererseits auch im äußeren Verhalten zeigen (Gebetshaltung, Kleidung, Fasten).
305. Wie bereite ich mich recht auf das heilige Abendmahl vor?
Ich soll mich prüfen (vgl. 1Kor 11,27-29):
ob ich meine Sünden von Herzen bereue;
ob ich an meinen Erlöser Jesus Christus glaube;
ob ich durch die Kraft des Heiligen Geistes mein sündiges Leben bessern will;
ob ich Wesen, Nutzen und Kraft des heiligen Abendmahles erkenne und glaube.
Deshalb bereiten wir uns in der Regel durch einen
Beichtgottesdienst auf das heilige Abendmahl vor. Vgl. die »Christlichen
Fragestücke« (Anhang 7) und die Vorbereitungsgebete für den Abendmahlsempfang
(Anhang des Gesangbuches).
[zurück zu: Frage 307]
306. Dürfen auch die zum heiligen Abendmahl kommen, deren Glaube schwach ist?
Ja, gerade sie sollen zum heiligen Abendmahl kommen, damit ihr zaghafter und schwacher Glaube gestärkt wird.
(663) Ps 22,27: Die Elenden sollen essen, dass sie satt werden.
(664) Jes 42,3: Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen.
(665) Mk 9,24: Ich glaube: hilf meinem Unglauben!
(666) Joh 6,37: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.
(BG)
Mk 9,14-29 Heilung des besessenen Knaben
307. Wem darf das heilige Abendmahl nicht gereicht werden?
Das heilige Abendmahl dürfen wir nicht reichen:
offenkundig Gottlosen und Unbußfertigen; denn sie würden das Sakrament zum Gericht empfangen (vgl. die Fragen 303 und 305);
Gläubigen aus Kirchen, mit denen man im Bekenntnis nicht übereinstimmt; denn mit dem heiligen Abendmahl bezeugen wir auch Einigkeit im Glauben (vgl. die Fragen 186 und 298);
denen, die einem Mitchristen oder der ganzen Gemeinde Ärgernis gegeben und es noch nicht ausgeräumt haben;
denen, die sich nicht selbst prüfen können (z. B. kleine Kinder, Bewusstlose, Schwachsinnige).
In der lutherischen Kirche haben wir darum die Ordnung einer persönlichen Abendmahlsanmeldung. Dabei wird in seelsorgerlicher Weise Abendmahlszulassung geübt.
(667) Mt 7,6: Ihr sollt das Heilige nicht den Hunden geben, und eure Perlen sollt ihr nicht vor die Säue werfen.
(668) Apg 2,42: Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet.
(669)
Mt 5,23f*: Wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst und denkst dort
daran, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass dort vor dem Altar deine
Gabe und geh zuerst hin und versöhne dich mit deinem Bruder und dann komm und
opfere deine Gabe.
308. Worauf soll darum eine christliche Gemeinde bei der Verwaltung des heiligen Abendmahls achten?
Sie soll diejenigen, die das heilige Abendmahl zum ersten Mal empfangen wollen, vorher in den Hauptstücken der christlichen Lehre unterweisen. Vor der Gemeinde sollen sie von ihrem Glauben Zeugnis ablegen und sich zur rechten sichtbaren Kirche bekennen (vgl. die Fragen 182 und 183).
Beachte: Bei Kindern, die als Säuglinge getauft werden, erfolgt diese Unterweisung und Befestigung im Glauben nach der Taufe (= Konfirmation). Die Konfirmation ist also kein Sakrament oder eine Ergänzung der Taufe, sondern die Bekräftigung des Taufversprechens vor dem ersten Abendmahlsgang (vgl. das Konfirmationsversprechen).
(670) Offb 2,10: Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.
(671) Offb 3,11: Siehe, ich komme bald; halte, was du hast, dass niemand deine Krone nehme!