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Der dritte Artikel: Die Heiligung
Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche: die Gemeinde der Heiligen; Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.
Was heißt das?
Ich glaube, dass ich nicht aus eigener Vernunft noch Kraft an Jesus Christus, meinen Herrn, glauben oder zu ihm kommen kann; sondern der Heilige Geist hat mich durch das Evangelium berufen, mit seinen Gaben erleuchtet, im rechten Glauben geheiligt und erhalten; gleichwie er die ganze Christenheit auf Erden beruft, sammelt, erleuchtet, heiligt und bei Jesus Christus erhält im rechten, einigen Glauben; in welcher Christenheit er mir und allen Gläubigen täglich alle Sünden reichlich vergibt und am Jüngsten Tage mich und alle Toten auferwecken wird und mir samt allen Gläubigen in Christus ein ewiges Leben geben wird. Das ist gewisslich wahr.
159. In welche fünf Abschnitte gliedert sich der dritte Artikel?
Der dritte Artikel redet von:
dem Heiligen Geist,
der Kirche,
der Vergebung der Sünden,
der Auferstehung des Fleisches,
dem ewigen Leben.
»Ich glaube an den Heiligen Geist.«
160. Wer ist der Heilige Geist?
Der Heilige Geist ist nicht nur eine göttliche Kraft, sondern die dritte Person der heiligen Dreieinigkeit. Er ist wahrer Gott wie der Vater und der Sohn. Vgl. zur Dreieinigkeit die Fragen 93 und 94!
[zurück zu: Anhang 4.7]
(379) Mt 28,19f*: Gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe.
(380) 1Kor 3,16: Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?
(381) Apg 5,3f: Petrus aber sprach: Ananias, warum hat der Satan dein Herz erfüllt, dass du den Heiligen Geist belogen hast? – Du hast nicht Menschen, sondern Gott belogen.
(382) Ps 33,6*: Der Himmel ist durch das Wort des Herrn gemacht und all sein Heer durch den Geist seines Mundes.
(383) 1Kor 2,10: Der Geist erforscht alle Dinge, auch die Tiefen der Gottheit.
(BG) 1Mose 1,1-3 Schöpfung
Mt 3,13-17 Taufe Jesu
Apg 2 Pfingsten
161. Warum wird dieser Geist »heilig« genannt?
Er heißt Heiliger Geist,
weil er selbst heilig ist, und
weil er uns heilig macht. Dies geschieht, indem er uns zum Glauben bringt und uns den Herrn Christus und sein Heil schenkt (= Heiligung im umfassenden Sinn).
[zurück zu: Frage 166]
(384) Jes 6,3: Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll!
(385)
1Kor 6,11: Ihr seid reingewaschen, ihr seid geheiligt, ihr seid gerecht
geworden durch den Namen des Herrn Jesus Christus und durch den Geist unseres
Gottes.
162. Mit welchen Worten bekennst du im dritten Artikel, dass dich der Heilige Geist heilig macht?
Wir bekennen das mit den Worten: »Ich glaube, dass ich nicht
aus eigener Vernunft noch Kraft an Jesus Christus, meinen Herrn
glauben oder zu ihm kommen kann, sondern der Heilige Geist hat mich durch
das Evangelium berufen, mit seinen Gaben erleuchtet, im rechten Glauben
geheiligt und erhalten.«
163. Woher weißt du, dass du nicht aus eigener Vernunft oder Kraft an Jesus Christus glauben oder zu ihm kommen kannst?
Die Heilige Schrift zeigt mir, wie es um mich steht.
Von Natur bin ich Gott gegenüber:
blind in meiner Erkenntnis,
tot in meiner Willenskraft,
ja, sogar feindselig in meiner Haltung.
Darum kann ich mich weder für Gott entscheiden noch aus eigener Kraft an Jesus Christus glauben.
[zurück zu: Frage 171]
(386) 1Kor 2,14: Der natürliche Mensch aber vernimmt nichts vom Geist Gottes; es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen; denn es muss geistlich beurteilt werden.
(387) Eph 2,1: Ihr wart tot durch eure Übertretungen und Sünden.
(388) Röm 8,7f: Fleischlich gesinnt sein ist Feindschaft gegen Gott, weil das Fleisch dem Gesetz Gottes nicht untertan ist; denn es vermag's auch nicht. Die aber fleischlich sind, können Gott nicht gefallen.
(389)
1 Kor 12,3: Niemand kann Jesus den Herrn nennen außer durch den Heiligen
Geist.
164. Wie hat dich der Heilige Geist zu Christus gebracht?
Der Heilige Geist hat mich durch das Evangelium berufen.
(390) Lk 14,17: Jesus Christus spricht: Kommt, denn es ist alles bereit!
(391) Röm 10,17: So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Christi.
(BG) Mt 22,1-14 Die königliche Hochzeit
Lk 14,16-24 Das große Abendmahl
165. Was hat der Heilige Geist durch diese Berufung bei dir bewirkt?
Der Heilige Geist hat mich durch das Evangelium mit seinen Gaben erleuchtet, so dass ich Jesus als meinen Heiland erkenne, ihm vertraue und glaube. Darum kann ich fröhlich und getrost sein (Wiedergeburt, Bekehrung).
(392) 2Tim 1,9: Gott hat uns selig gemacht und berufen mit einem heiligen Ruf, nicht nach unsern Werken, sondern nach seinem Ratschluss und nach der Gnade, die uns gegeben ist in Christus Jesus vor der Zeit der Welt.
(393) 1Petr 2,9: Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, die königliche Priesterschaft, das heilige Volk, das Volk des Eigentums, dass ihr verkündigen sollt die Wohltaten dessen, der euch berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht.
(394) Jer 31,18: Bekehre du mich, so will ich mich bekehren; denn du, Herr, bist mein Gott!
(395) 2Kor 4,6: Gott, der da sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsre Herzen gegeben.
(396)
Eph 2,8f*: Aus Gnade seid ihr selig geworden durch den Glauben, und das
nicht aus euch: Gottes Gabe ist es, nicht aus den Werken, auf dass sich nicht
jemand rühme.
166. Was hat der Heilige Geist noch an dir getan?
Der Heilige Geist hat mich im rechten Glauben geheiligt. Das heißt, er hat mein Herz durch den Glauben erneuert und gibt mir Kraft:
zum Kampf und Sieg gegen Teufel, Welt und Fleisch;
zu »guten Werken« und einem Leben, das Gott gefällt (= Heiligung im engeren Sinn; vgl. Frage 161!).
[zurück zu: Frage 83]
(397) 1Thess 4,3: Das ist der Wille Gottes, eure Heiligung. Vgl. Hebr 12,14!
(398)
Eph 2,10: Wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten
Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.
167. Was ist in Gottes Augen ein »gutes Werk«?
In Gottes Augen ist alles ein »gutes Werk«, was ein Kind Gottes im Glauben nach der Richtlinie der Zehn Gebote zu Gottes Ehre und zum Wohl des Nächsten tut, redet oder denkt. Vgl. Frage 83, Punkt c!
[zurück zu: Frage 83]
(399) Joh 15,5: Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun.
(400) Mt 15,9: Vergeblich dienen sie mir, weil sie lehren solche Lehren, die nichts als Menschengebote sind. Vgl. Jes 29,13!
(401) 1Kor 10,31: Ob ihr nun esst oder trinkt oder was ihr auch tut, das tut alles zu Gottes Ehre.
(402) Röm 14,23: Was aber nicht aus dem Glauben kommt, das ist Sünde.
(403) 1Petr 4,10: Dient einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes.
(BG) Mk 12,42-44 Das Scherflein der Witwe
Mk 14,3-9 Die Salbung Jesu
Lk 10,38-42 Maria und Martha
168. Was wirkt der Heilige Geist außerdem an dir?
Der Heilige Geist hat mich bis heute durch das Evangelium im rechten Glauben erhalten und will das auch in Zukunft tun.
(404) 1Petr 1,5: Ihr werdet aus Gottes Macht durch den Glauben bewahrt zur Seligkeit.
(405)
Phil 1,6: Ich bin darin guter
Zuversicht, dass der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird's auch
vollenden bis an den Tag Christi Jesu.
169. Wirkt der Heilige Geist das alles nur an dir?
Nein, der Heilige Geist beruft, sammelt, erleuchtet und
heiligt die ganze Christenheit auf Erden und erhält sie in dem einen rechten
Glauben bei Jesus Christus.
170. Will der Heilige Geist das alles bei jedem Hörer des Evangeliums wirken?
Ja, der Heilige Geist möchte das alles bei jedem Hörer wirken, denn Gott will, dass alle Menschen gerettet werden.
Aber die meisten Menschen lehnen das Wort Gottes ab und weisen den Heilige Geist zurück. Sie gehen deshalb durch eigene Schuld verloren.
Gottes Heilswille:
(406) Hes 33,11: So wahr ich lebe, spricht Gott der Herr: ich habe kein Gefallen am Tode des Gottlosen, sondern dass der Gottlose umkehre von seinem Wege und lebe.
(407) 1Tim 2,4: Gott will, dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.
(408) 2Petr 3,9: Der Herr will nicht, dass jemand verloren werde, sondern dass jedermann zur Buße finde.
(409) Mt 22,14: Viele sind berufen, aber wenige sind auserwählt.
Widerstand der Menschen:
(410) Mt 23,37: Jerusalem, Jerusalem, die du tötest die Propheten und steinigst, die zu dir gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken versammelt unter ihre Flügel; und ihr habt nicht gewollt!
(411) Apg 7,51*: Ihr Halsstarrigen und Unbeschnittenen an Herzen und Ohren, ihr widerstrebt allezeit dem Heiligen Geist, wie eure Väter, so auch ihr.
(412)
Hos 13,9: Israel, du bringst dich ins Unglück; denn dein Heil steht
allein bei mir.
171. Welche Sünde ist vom allgemeinen Widerstreben der Menschen gegen den Heiligen Geist zu unterscheiden?
Über den allgemein-menschlichen Widerstand hinaus (vgl. Frage 163!) gibt es die »Sünde gegen den Heiligen Geist«, vor der Jesus besonders warnt. Diese Sünde begeht, wer sich wider besseres Wissen hartnäckig gegen das Wirken des Heiligen Geistes verstockt und sogar die erkannte Wahrheit verlästert. Nach dem Zeugnis der Heiligen Schrift wird diese Sünde nicht vergeben.
Beachte: Wer Angst vor dieser Sünde hat, der hat sie noch nicht begangen!
(413) Mt 12,31: Darum sage ich euch: Alle Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben; aber die Lästerung gegen den Geist wird nicht vergeben. Vgl. Lk 12,10!
(BG) Mt 12,22-32 Die Sünde gegen den Heiligen Geist
»Ich glaube ... eine heilige christliche Kirche. Die Gemeinde der Heiligen.«
Die eine, verborgene Kirche
172. Was ist im dritten Artikel mit »Kirche« gemeint?
Im dritten Artikel ist die Kirche im eigentlichen Sinn des Wortes gemeint, nämlich die Gemeinde der Heiligen oder die ganze gläubige Christenheit. Nur wer an Christus glaubt (aber auch jeder, der an ihn glaubt), gehört zu dieser Kirche. Sie wird im Neuen Testament mit verschiedenen Bildern beschrieben: z.B. als geistlicher Tempel Gottes oder als Christi Herde, Leib und Braut.
(414) Eph 2,8.19-22*: Aus Gnade seid ihr selig geworden durch den Glauben. So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen, erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist, auf welchem der ganze Bau ineinandergefügt wächst zu einem heiligen Tempel in dem Herrn. Auf ihm werdet auch ihr miterbaut zu einer Wohnung Gottes im Geist.
(415) Joh 10,26: Jesus sagt zu den ungläubigen Juden: Ihr glaubt nicht, denn ihr seid nicht von meinen Schafen.
(BG) Joh 10 Christi Herde
Apg 2 Pfingstgeschichte
Eph 1,22f Christi Leib
Eph 2 Gottes geistlicher Tempel
1Petr 2 Das heilige Volk
Offb 21,2.9 Christi Braut
173. Warum heißt es: Ich »glaube« eine Kirche?
Wir glauben eine Kirche:
weil diese Kirche nicht sichtbar ist. Obwohl sie aus bestimmten Menschen besteht, ist sie doch vor unseren Augen verborgen. Denn kein Mensch kann dem anderen ins Herz sehen und feststellen, ob er glaubt;
weil wir aufgrund der Heiligen Schrift gewiss sein dürfen, dass der Heilige Geist zu jeder Zeit eine Gemeinde der Gläubigen sammelt und erhält.
[zurück zu: Frage 298]
(416) 2Tim 2,19: Der feste Grund Gottes besteht und hat dieses Siegel: Der Herr kennt die Seinen.
(417)
Lk 17,20f*: Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man's mit Augen sehen
kann. Man wird auch nicht sagen: Siehe,
hier oder da ist es! Denn seht, das Reich Gottes ist inwendig in euch. Vgl.
Joh 14,23; Eph 3,17!
(418) Mt 16,18: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen.
(BG)
1Kön 19,8-18 Siebentausend Gottesfürchtige bleiben übrig in Israel
174. Warum glauben wir »eine« Kirche?
Wir glauben eine Kirche, weil alle Gläubigen ein geistlicher Leib sind, dessen Haupt Christus ist (»geistlicher« Leib = nicht sichtbar!).
[zurück zu: Frage 298]
(419)
Eph 4,3-6*: Seid fleißig, zu wahren die Einigkeit im
Geist durch das Band des Friedens: ein Leib und ein Geist, wie ihr auch
berufen seid zu einer Hoffnung eurer Berufung; ein Herr, ein Glaube, eine Taufe;
ein Gott und Vater aller, der da ist über allen und durch alle und in allen.
175. Warum heißt es: Ich glaube eine »heilige« Kirche?
Wir glauben eine heilige Kirche:
weil alle ihre Glieder durch den Glauben an Christus Vergebung haben und darum in Gottes Augen heilig sind, und
weil sie Gott mit heiligen Werken dienen. Obwohl diese Werke noch unvollkommen sind, gefallen sie Gott um Christi willen.
(420) Eph 5,25-27: Christus hat die Gemeinde geliebt und hat sich selbst für sie dahingegeben, um sie zu heiligen. Er hat sie gereinigt durch das Wasserbad im Wort, damit er sie vor sich stelle als eine Gemeinde, die herrlich sei und keinen Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen habe, sondern die heilig und untadelig sei.
(421)
1Petr 2,5: Auch ihr als lebendige Steine erbaut euch zum geistlichen
Hause und zur heiligen Priesterschaft, zu opfern geistliche Opfer, die Gott
wohlgefällig sind durch Jesus Christus.
176. Warum heißt es: Ich glaube eine heilige »christliche« Kirche?
Wir glauben eine heilige christliche Kirche, weil die Kirche auf Christus als dem einzigen Fundament erbaut ist.
(422)
1Kor 3,11: Einen andern Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist,
welcher ist Jesus Christus. Vgl.
Eph 2,19-22!
177. Wo ist diese eine heilige christliche Kirche zu finden?
Diese eine heilige christliche Kirche findet sich überall dort (und nur dort), wo das Evangelium von Jesus Christus verkündet wird. Denn Gott hat verheißen, dass sein Wort nicht ohne Frucht bleiben wird.
Beachte: Dieser Verheißung dürfen wir selbst da vertrauen, wo das Evangelium nur bruchstückhaft neben Irrlehren vorhanden ist. Trotzdem ist es nicht gleichgültig, zu welcher »sichtbaren« Kirche ich gehöre. Vgl. Frage 183!
[zurück zu: Anhang 4.6]
(423) Jes 55,10f: Gleichwie der Regen und Schnee vom Himmel fällt und nicht wieder dahin zurückkehrt, sondern feuchtet die Erde und macht sie fruchtbar und lässt wachsen, dass sie gibt Samen, zu säen, und Brot, zu essen, so soll das Wort, das aus meinem Munde geht, auch sein: Es wird nicht wieder leer zu mir zurückkommen, sondern wird tun, was mir gefällt, und ihm wird gelingen, wozu ich es sende.
(424) Röm 10,17: So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Christi.
178. Wie nennen wir eine Gruppe von Menschen, die ihren christlichen Glauben bekennt und sich um Wort und Sakrament sammelt?
Eine solche sichtbare Sammlung nennen wir auch »Kirche«.
Zur besseren Unterscheidung sprechen wir hier von einer »sichtbaren« Kirche.
179. Warum unterscheiden wir verborgene und sichtbare Kirche?
Diese Unterscheidung ist nötig, weil es unter den Gliedern einer sichtbaren Kirche immer auch Scheinchristen und Heuchler gibt. Diese vertrauen nicht wirklich auf Christus und sind darum keine Glieder seiner verborgenen Kirche.
Beachte: Weil Menschen einander nicht ins Herz sehen können, lassen sich Scheinchristen nicht aus den Gemeinden ausschließen. Nur manche Heuchler werden durch ihr Verhalten offenbar (vgl. dazu die Fragen 272-275!). Aber wegen der Gläubigen, die in einer Gemeinde sind, wird diese »Kirche« genannt. So haben es schon die Apostel getan.
(425) 1Joh 2,19: Sie sind von uns ausgegangen, aber sie waren nicht von uns. Denn wenn sie von uns gewesen wären, so wären sie ja bei uns geblieben; aber es sollte offenbar werden, dass sie nicht alle von uns sind.
(BG) Mt 13,24-26 Unkraut unter dem Weizen
Mt 13,47f Das Fischnetz
Mt 22,10-13 Der Gast ohne Festkleid
180. Warum gibt es so viele verschiedene Kirchen?
Die große Zahl der Kirchen, die sich in der Lehre unterscheiden, ist nicht von Gott gewollt. Sie ist entstanden, weil sich immer wieder Menschen vom Teufel dazu verführen lassen, von der Lehre der Heiligen Schrift abzuweichen. Dies geschieht überall da, wo andere Autoritäten neben oder über die Heilige Schrift gestellt werden, wie zum Beispiel:
die menschliche Vernunft oder Wissenschaft (Bibelkritik);
die kirchliche Überlieferung (römisch-katholische Kirche);
neue Offenbarungen (Sekten).
Der Kirche aller Zeiten ist es aufgetragen, gegen die Verführungen des Teufels zu kämpfen (kämpfende Kirche).
[zurück zu: Frage 216]
(426) Mt 7,15: Seht euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe.
(427)
Mt 18,7*: Weh der Welt der Ärgernisse wegen! Es muss ja Ärgernis
kommen; doch weh dem Menschen, durch den Ärgernis kommt! (Mit »Ärgernis« ist
hier die Verführung zu Unglauben oder Sünde gemeint.)
181. Kann es in dieser Welt überhaupt sichtbare Kirchen geben, die recht lehren und bekennen?
Ja, durch Gottes Gnade gibt es solche sichtbaren Kirchen, die:
Gottes Wort in allen Stücken wirklich haben, lehren und bekennen, und
die Sakramente nach Christi Einsetzung verwalten.
[zurück zu: Frage 184 , Anhang 4.8]
(428)
Offb 3,8: Christus lässt der Gemeinde in Philadelphia schreiben: Ich
kenne deine Werke. Siehe, ich habe vor dir eine Tür aufgetan, und niemand kann
sie zuschließen; denn du hast eine kleine Kraft und hast mein Wort bewahrt und
hast meinen Namen nicht verleugnet. Vgl.
Offb 3,10!
182. Ist es nötig, dass ich mich einer sichtbaren Kirche anschließe?
Der Heilige Geist führt mich zum Glauben an Jesus Christus und ruft mich zugleich in die Gemeinschaft der sichtbaren Kirche.
Denn Gott hat uns befohlen, Wort und Sakramente als Gnadenmittel zu gebrauchen. Diese werden nach Christi Befehl in der Gemeinde durch die berufenen Diener verwaltet. Vgl. die Fragen 36 (Punkt b) und 270!
Außerdem ruft mich die Heilige Schrift auf, die Liebe zu Gott durch brüderliche Liebe und Gemeinschaft zu beweisen.
Deshalb ist es Gottes Wille, dass ich mich auch zu einer sichtbaren Kirche bekenne. Vgl. Fragen 185 und 272!
[zurück zu: Frage 308 , Anhang 4.8]
(429) Lk 10,16: Jesus Christus spricht zu seinen Jüngern: Wer euch hört, der hört mich; und wer euch verachtet, der verachtet mich; wer aber mich verachtet, der verachtet den, der mich gesandt hat.
(430) 1Kor 4,1: Dafür halte uns jedermann: für Diener Christi und Haushalter über Gottes Geheimnisse. Vgl. Mt 28,19; 1Kor 11,25!
(431) Apg 20,28: So habt nun acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in die euch der heilige Geist eingesetzt hat zu Bischöfen, zu weiden die Gemeinde Gottes, die er durch sein eigenes Blut erworben hat.
(432) Joh 13,35: Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt. Vgl. Joh 15,12!
(433) Apg 2,46: Sie waren täglich einmütig
beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern,
hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen.
183. Ist es gleichgültig, zu welcher sichtbaren Kirche ich gehöre?
Nein, das ist nicht gleichgültig. Zwar werde ich allein durch den Glauben an Jesus Christus selig und nicht dadurch, dass ich zu einer bestimmten sichtbaren Kirche gehöre. Aber:
Jesus und seine Apostel haben es den Christen zur Pflicht gemacht, sich zu einer solchen sichtbaren Kirche zu halten, die recht lehrt und bekennt. Sie ermahnen, bei Gottes Wort zu bleiben, keine falsche Lehre zu dulden und sich von beharrlichen Irrlehrern zu trennen.
Wenn ich das erkannt habe und doch diesem Gebot nicht folge, setze ich durch Ungehorsam meine Seligkeit aufs Spiel. Aber selbst wenn ich falsche Lehre nicht erkenne und die Notwendigkeit zur Trennung nicht einsehe, bringt jede Irrlehre meinen Glauben und mein ewiges Heil in Gefahr.
Die in jeder Kirche auftretenden Sünden und Schwachheiten der Christe berechtigen jedoch nicht zu solcher Trennung.
[zurück zu: Frage 177 , Frage 184 , Frage 298 , Frage 308 , Anhang 4]
Alleingeltung rechter Lehre:
(434) Mt 28,20: Lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe.
(435) Joh 8,31f: Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.
(436) 1Tim 5,22: Habe nicht teil an fremden Sünden.
(437) Ps 1,1f: Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen noch tritt auf den Weg der Sünder noch sitzt, wo die Spötter sitzen, sondern hat Lust am Gesetz des Herrn und sinnt über seinem Gesetz Tag und Nacht!
(438) Röm 16,17: Ich ermahne euch aber, liebe Brüder, dass ihr euch in acht nehmt vor denen, die Zwietracht und Ärgernis anrichten entgegen der Lehre, die ihr gelernt habt, und euch von ihnen abwendet. Vgl. 2Petr 2,1!
(439) Tit 3,10: Einen ketzerischen Menschen meide, wenn er einmal und noch einmal ermahnt ist. (ketzerisch = falsch lehrend) Vgl. 2Joh 10f!
Gefahr für die Seligkeit:
(440) Mt 10,32f: Wer nun mich bekennt vor den Menschen, den will ich auch bekennen vor meinem himmlischen Vater. Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem himmlischen Vater. Vgl. Mt 7,21!
(441) Apg 20,29f: Das weiß ich, dass nach meinem Abschied reißende Wölfe zu euch kommen, die die Herde nicht verschonen werden. Auch aus eurer Mitte werden Männer aufstehen, die Verkehrtes lehren, um die Jünger an sich zu ziehen.
(442) Gal 5,9: Ein wenig Sauerteig durchsäuert den ganzen Teig. Vgl. Mt 16,6.12!
Geduld bei Schwachheit:
(443)
1Kor 13.4-7: Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert
nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf, sie verhält
sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht
erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, sie freut sich nicht über die
Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; sie erträgt alles, sie
glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles.
184. Woran erkenne ich eine rechte sichtbare Kirche?
Eine rechte sichtbare Kirche erkenne ich daran, dass in ihr das Wort Gottes »rein gepredigt und die heiligen Sakramente dem Evangelium gemäß gereicht werden« (= die Kennzeichen der rechten Kirche nach Augsburger Bekenntnis, Artikel 7), Vgl. Frage 181! - Dies ist in bekenntnistreuen evangelisch-lutherischen Kirchen der Fall.
Beachte: Ausschlaggebend ist bei einer Kirche nicht nur ihr
theoretisches Bekenntnis oder ihr Name, sondern ob sie wirklich danach lehrt und
handelt. Vgl. Frage 183, Punkt a!
[zurück zu: Frage 298]
185. Welchen Segen will mir Gott durch die lebendige Gliedschaft in einer rechten sichtbaren Kirche schenken?
Wie die Heilige Schrift sagt, ist es ein großer Segen Gottes, als Christ nicht allein stehen zu müssen. In einer Gemeinde dürfen wir zusammen mit anderen den Dienst des von Christus gestifteten Hirtenamtes und die Stärkung brüderlicher Glaubensgemeinschaft erfahren. Dies geschieht zum Beispiel:
im gemeinsamen Hören des Gotteswortes und im Empfang des heiligen Abendmahls;
im gemeinsamen Gebet und Gotteslob;
im gemeinsamen Dienst aneinander (Trost, Ermahnung, Fürbitte, Hilfe usw.);
im gemeinsamen Bekenntnis, Zeugendienst und Dankopfer für Gottes Reich.
[zurück zu: Frage 182 , Anhang 4.8]
(444) Mt 18,20: Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen. (Vgl. 2Mose 20,24 und Lk 12,32!
(445) Apg 2,46f: Sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen und lobten Gott.
(446) 1Kor 12,26: Wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit, und wenn ein Glied geehrt wird, so freuen sich alle Glieder mit.
(BG)
Ps 84 Der Segen von Kirche und Predigtamt
186. Welche Aufgaben ergeben sich für mich aus dieser Lehre von der Kirche?
Ich soll darauf bedacht sein, im lebendigen Glauben an Jesus Christus zu stehen und damit Glied der einen, verborgenen Kirche zu sein und zu bleiben. Deshalb soll ich mich auch zu einer rechten sichtbaren Kirche halten. Dazu gehört:
dass ich mithelfe, das rettende Evangelium auszubreiten, indem ich nach Kräften auch zur Erhaltung einer rechten sichtbaren Kirche beitrage; vgl. Frage 32!
dass ich meine Mitverantwortung für rechte Lehre und Praxis meiner Kirche erkenne und wahrnehme; vgl. Frage 184!
dass ich keine gottesdienstliche und geistliche Gemeinschaft mit solchen Kirchen habe, welche falsche Lehren vertreten oder dulden. Vgl. Frage 183!
[zurück zu: Frage 307]
(447) 2Kor 13,5: Erforscht euch selbst, ob ihr im Glauben steht; prüft euch selbst!
(448) Mt 28,19*: Gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe.
(449) Apg 17,11: Sie nahmen das Wort auf bereitwillig und forschten täglich in der Schrift, ob sich's so verhielte.
(450) Mt 10,32f: Wer nun mich bekennt vor den Menschen, den will ich auch bekennen vor meinem himmlischen Vater. Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem himmlischen Vater.
(451) Mt 24,23f: Wenn dann jemand zu euch wird sagen: Siehe, hier ist der Christus! Oder da! So sollt ihr's nicht glauben. Denn es werden falsche Christusse und falsche Propheten aufstehen und große Zeichen und Wunder tun.
(452) 2Kor 6,14f.17f: Zieht nicht am fremden Joch mit den Ungläubigen. Denn was hat die Gerechtigkeit zu schaffen mit der Ungerechtigkeit? Was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis? Wie stimmt Christus überein mit Beliar? Oder was für ein Teil hat der Gläubige mit dem Ungläubigen? – Darum »gehet aus von ihnen und sondert euch ab«, spricht der Herr; »und rührt nichts Unreines an, so will ich euch annehmen und euer Vater sein, und ihr sollt meine Söhne und Töchter sein«, spricht der allmächtige Herr.
»Ich glaube ... eine Vergebung der Sünden.«
187. Warum heißt es: Ich »glaube« eine Vergebung der Sünden?
Aus den Geboten Gottes erkenne ich jeden Tag, dass ich vor ihm ein Sünder bin und keine Vergebung verdiene. Allein durch die Zusagen der Heiligen Schrift kann ich gewiss sein, dass Gott »mir und allen Gläubigen täglich alle Sünden reichlich vergibt«. Diese Gewissheit hängt nicht von dem ab, was ich in mir fühle oder im Leben erfahre.
(453) Röm 3,20: Durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde. Vgl. Röm 7,7!
(454) Ps 33,4: Des Herrn Wort ist wahrhaftig, und was er zusagt, das hält er gewiss.
(455) Ps 130,3f: Wenn du, Herr, Sünden anrechnen willst – Herr, wer wird bestehen? Denn bei dir ist die Vergebung, dass man dich fürchte.
(456) Ps 103,2f: Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat: der dir alle deine Sünde vergibt und heilet alle deine Gebrechen. Vgl. Jes 43,25 und Mi 7,18!
(457) Joh 20,29: Spricht Jesus zu ihm: Weil du gesehen hast, Thomas, darum glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!
(BG)
Mk 2,1-12 Heilung des Gelähmten
188. Was heißt »Gott vergibt Sünde«?
Es heißt, Gott rechnet die Sünde nicht an und erklärt damit, dass wir ihm nun recht sind (= Rechtfertigung).
Beachte: Gott vergibt und rechtfertigt nicht aufgrund unserer Verdienste, sondern aufgrund des Sühnopfers Christi, den er aus lauter Gnade für uns hingab. Vgl. zur »stellvertretenden Genugtuung« Frage 147!
(458) Eph 1,7: In ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden, nach dem Reichtum seiner Gnade. Vgl. Kol 1,14!
(459) 2Kor 5,21: Gott hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt. Vgl. Röm 8,33!
(460) Röm 3,23f: Es ist hier kein Unterschied: sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten, und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist.
(BG)
Mt 18,23-27 Der Schalksknecht
189. Wer hat Vergebung und ist Gott recht?
Obwohl Christus für alle Menschen Vergebung erworben hat und sie der ganzen Welt anbieten lässt, haben sie doch nur diejenigen, die dem Evangelium glauben und damit die Vergebung annehmen.
(461) 2Kor 5,19f: Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung. So sind wir nun Botschafter an Christi Statt, denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi Statt: Lasst euch versöhnen mit Gott!
(462) Röm 4,5: Dem aber, der nicht mit Werken umgeht, glaubt aber an den, der die Gottlosen gerecht macht, dem wird sein Glaube gerechnet zur Gerechtigkeit.
(463) Röm 3,28: So halten wir nun dafür, dass der Mensch gerecht wird ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben.
(BG)
Lk 18,9-14 Pharisäer und Zöllner im Tempel
190. Was bekennt deshalb unsere Kirche von der Rechtfertigung des Sünders?
Unsere evangelisch-lutherische Kirche bekennt deshalb mit der Heiligen Schrift das dreifache »Allein« unserer Rechtfertigung:
allein aus Gnade,
allein um Christi willen,
allein durch den Glauben.
191. Welche Gewissheit gibt die Rechtfertigung dem Glaubenden?
Ein gläubiger Christ kann mit der Vergebung der Sünde auch seines ewigen Lebens und seiner Seligkeit gewiss sein, denn in der Rechtfertigung erlässt uns Gott mit der Schuld auch die Strafe der Sünde und nimmt uns wieder als seine Kinder an (= Heilsgewissheit).
(464) Röm 5,1: Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus.
(465) 2Tim 1,12*: Ich weiß, an wen ich glaube, und bin gewiss, er kann mir das anvertraute Gut bewahren, bis an jenen Tag.
(466)
Röm 8,38f: Ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte
noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes
noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus
Jesus ist, unserm Herrn. Vgl. Röm 8,31-39 (Hoheslied der Heilsgewissheit)!
192. Warum müssen wir die Lehre von der Rechtfertigung besonders festhalten?
Die Lehre von der Rechtfertigung ist das Zentrum der christlichen Lehre. Hier liegt der tiefste Unterschied zwischen der christlichen Kirche und allen Religionen.
Beachte: An der Lehre von der Rechtfertigung zeigt es sich, ob eine Kirche:
dem dreieinigen Gott allein die Ehre gibt, und
ob sie allen verlorenen, sündigen Menschen die einzige Rettung und festen Trost anbietet.
Die Auferstehung des Fleisches
»Ich glaube ... eine Auferstehung des Fleisches.«
193. Was glaubst du nach der Heiligen Schrift von der Auferstehung des Fleisches?
Ich glaube, dass Gott am Jüngsten Tag »mich und alle Toten auferwecken wird«. Das heißt, dass dann unser Leib, der hier stirbt, wieder lebendig werden wird. Vgl. Frage 196!
(467) Hiob 19,25-27*: Ich weiß, dass mein Erlöser lebt, und er wird mich hernach aus der Erde auferwecken. Und werde danach mit dieser meiner Haut umgeben werden und werde in meinem Fleisch Gott sehen. Denselben werde ich mir (zum Heil) sehen, und meine Augen werden ihn schauen und kein Fremder.
(468)
Joh 5,28f: Es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern sind,
seine Stimme hören werden und werden hervorgehen, die Gutes getan haben, zur
Auferstehung des Lebens, die aber Böses getan haben, zur Auferstehung des
Gerichts.
194. Werden am Jüngsten Tag alle Toten auferstehen?
Ja, am Jüngsten Tag werden alle Toten auferstehen. Es gibt also kein »Tausendjähriges Reich«, in dem die Gläubigen nach einer vorzeitigen Auferstehung in einem geistlichen oder irdischen Friedensreich über die Welt herrschen.
Beachte: Wenn das Neue Testament von einer »ersten Auferstehung« redet (z.B. Offb 20,5f), meint es damit die geistliche Auferstehung und Erweckung eines Menschen zum Glauben. Vgl. Kol 2,12f!
[zurück zu: Frage 219]
(469) Hebr 9,27: Es ist den Menschen bestimmt, einmal zu sterben, danach aber das Gericht.
(470)
1Kor 15,51f: Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle
verwandelt werden; und das plötzlich, in einem Augenblick, zur Zeit der letzten
Posaune. Denn es wird die Posaune erschallen, und die Toten werden auferstehen
unverweslich, und wir werden verwandelt werden.
195. Wie unterscheidet sich die Auferstehung der Gläubigen von der Auferstehung der Ungläubigen?
Die Gläubigen werden mit verklärtem Leib zum ewigen Leben auferstehen.
Die Ungläubigen werden zum »ewigen Tod« auferstehen, das heißt zu ewiger Strafe und Qual in der Hölle.
[zurück zu: Frage 218 , Anhang 4.8]
(471) Dan 12,2: Viele, die unter der Erde schlafen liegen, werden aufwachen, die einen zum ewigen Leben, die andern zu ewiger Schmach und Schande. Vgl. Joh 5,28!
(472) Phil 3,21*: Der unsern nichtigen Leib verwandeln wird, dass er ähnlich werde seinem verherrlichten Leibe nach der Kraft, mit der er sich alle Dinge untertan machen kann.
(473) Mt 10,28: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, doch die Seele nicht töten können; fürchtet euch aber viel mehr vor dem, der Leib und Seele verderben kann in der Hölle. (d.h. Gott fürchten und nicht Menschen)
(474) Jes 66,24: Ihr Wurm wird nicht sterben, und ihr Feuer wird nicht verlöschen, und sie werden allem Fleisch ein Gräuel sein.
(475) Mt 7,13: Geht hinein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit, und der Weg ist breit, der zur Verdammnis führt, und viele sind's, die auf ihm hineingehen.
(BG) Lk 16,19-31 Reicher Mann und armer Lazarus
Lk 12,47f und Mt 11,22ff Verschiedene Grade der Verdammnis
»Ich glaube . . . ein ewiges Leben.«
196. Was lehrt die Heilige Schrift vom ewigen Leben?
Die Heilige Schrift lehrt, dass alle Gläubigen, wenn sie sterben, der Seele nach sofort zu Christus kommen (kein Fegefeuer!). Vom Jüngsten Tag an werden sie auch mit ihrem Leib bei Christus sein und mit ihm leben in ewiger Freude und Herrlichkeit.
[zurück zu: Frage 193]
(476) Lk 23,43: Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein.
(477) Offb 14,13: Selig sind die Toten, die in dem Herr sterben von nun an. (d.h. vom Zeitpunkt ihres Sterbens an)
(478) Joh 10,27f: Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben.
(479) 1Joh 3,2: Meine Lieben, wir sind schon Gottes Kinder; es ist aber noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden. Wir wissen aber: wenn es offenbar wird, werden wir ihm gleich sein; denn wir werden ihn sehen, wie er ist.
(480) Ps 16,11: Vor dir ist Freude die Fülle und Wonne zu deiner Rechten ewiglich.
(481) Joh 17,24: Vater, ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast.
(482) Röm 8,18*: Ich halte dafür, dass dieser Zeit Leiden nicht wert sind der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll.
(BG)
Lk 16,19-31 Reicher Mann und armer Lazarus
197. Wer kommt in das ewige Leben?
Ins ewige Leben kommen alle, die wirklich an Jesus Christus glauben und ihre ganze Hoffnung auf ihn setzen.
(483) Joh 3,16: Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.
(484) Joh 3,36: Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben. Vgl. Joh 5,24!
(485)
Mt 24,13: Wer aber beharrt bis ans Ende, der wird selig.
198. Bist du gewiss, dass auch du ins ewige Leben komme wirst?
Ja, denn nach dem Zeugnis der Heiligen Schrift soll ich fest glauben:
weil mich Gott in diesem Leben durch das Evangelium berufen, erleuchtet, geheiligt und im Glauben erhalten hat,
darf ich auch gewiss sein, dass er mich von Ewigkeit her zu seinem Kind und zum ewigen Leben erwählt hat. Niemand kann mich aus seiner Hand reißen.
(486) Eph 1,4-6*: In Jesus Christus hat er uns erwählt, ehe der Welt Grund gelegt war, dass wir heilig und untadelig vor ihm sein sollten in der Liebe, und hat uns dazu vorherbestimmt, seine Kinder zu sein durch Jesus Christus nach dem Wohlgefallen seines Willens, zum Lob seiner herrlichen Gnade.
(487) Röm 8,28-30*: Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind. Denn die er zuvor ausersehen hat, die hat er auch verordnet, dass sie gleich sein sollten dem Bild seines Sohnes, damit dieser der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern. Die er aber verordnet hat, die hat er auch berufen; die er aber berufen hat, die hat er auch gerecht gemacht; die er aber gerecht gemacht hat, die hat er auch verherrlicht.