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Der zweite Artikel: Die Erlösung

Und (ich glaube) an Jesus Christus, Gottes eingebornen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben; niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel, sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten.

Was heißt das?

Ich glaube, dass Jesus Christus, wahrhaftiger Gott, vom Vater in Ewigkeit geboren, und auch wahrhaftiger Mensch, von der Jungfrau Maria geboren, sei mein Herr, der mich verlornen und verdammten Menschen erlöst hat, erworben und gewonnen von allen Sünden, vom Tod und von der Gewalt des Teufels, nicht mit Gold oder Silber, sondern mit seinem heiligen, teuren Blut und mit seinem unschuldigen Leiden und Sterben; damit ich sein eigen sei und in seinem Reich unter ihm lebe und ihm diene in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit, gleichwie er ist auferstanden vom Tode, lebt und regiert in Ewigkeit. Das ist gewisslich wahr.

119.     Von wem handelt dieser Artikel?

Der zweite Artikel redet von Jesus Christus, dem Sohn Gottes.

120.     Warum heißt der Sohn Gottes »Jesus«?

Er heißt Jesus, weil er für alle Menschen der einzige Heiland und Seligmacher ist.

(285)   Apg 4,12: In keinem andern ist das Heil, auch ist kein andrer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir sollen selig werden.

(286)   Mt 1,21: Sie wird einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk retten von ihren Sünden.

121.     Warum heißt er auch »Christus«?

Er heißt Christus oder Messias (= Gesalbter), weil er unvergleichlich mit dem Heiligen Geist gesalbt worden ist zu unserem Propheten, Hohenpriester und König.

(287)   Ps 45,8*: Du liebst Gerechtigkeit und hassest gottloses Treiben; darum hat dich, Gott, dein Gott gesalbt mit Freudenöl wie keinen deinesgleichen. Vgl. Hebr 1,9!

(288)   Apg 10,38*: Gott hat Jesus von Nazareth gesalbt mit dem Heiligen Geist und Kraft.

 

Die zwei Naturen Christi

122.     Wer ist Jesus Christus?

Jesus Christus ist:

  1. wahrer Gott, vom Vater in Ewigkeit geboren, und auch

  2. wahrer Mensch, von der Jungfrau Maria geboren.

[zurück zu: Frage 285]

123.     Warum glauben wir, dass Jesus Christus wahrer Gott ist?

Wir glauben es, weil die Heilige Schrift das von ihm sagt.

Sie bezeugt von ihm

  1. göttliche Namen,

  2. göttliche Eigenschaften,

  3. göttliche Werke und

  4. göttliche Ehre.

Göttliche Namen:

(289)   1Joh 5,20: Jesus Christus ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben.

(290)   Jer 23,6: Dies wird sein Name sein, mit dem man ihn nennen wird: »Der Herr unsere Gerechtigkeit.«

(291)   Joh 20,28: Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott!

(292)   Mt 16,16: Da antwortete Simon Petrus und sprach: Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn!

(293)   Joh 3,16: Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.

(294)   Röm 8,32: Gott hat auch seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben – wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?

Göttliche Eigenschaften:

(295)   Joh 1,1f: Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott. (das Wort = Christus, vgl. Joh 1,14)

(296)   Hebr 13,8: Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.

(297)   Mt 28,18: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden.

(298)   Joh 21,17: Herr, du weißt alle Dinge.

(299)   Mt 28,20: Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Göttliche Werke:

(300)   Joh 1,3: Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. (dasselbe = das Wort = Christus)

(301)   Hebr 1,3: Er trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort. (er = Jesus Christus)

(302)   Mt 9,6*: Der Menschensohn hat Macht auf Erden, die Sünden zu vergeben.

(303)   Joh 5,27*: Der Vater hat dem Sohn Macht gegeben, das Gericht zu halten, weil er der Menschensohn ist.

Göttliche Ehre:

(304)   Joh 5,22f: Der Vater hat alles Gericht dem Sohn übergeben, damit sie alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, der ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat.

(305)   Hebr 1,6: Es sollen ihn alle Engel Gottes anbeten.

(BG)    Mt 16,13-20 Das Bekenntnis des Petrus, vgl. Joh 6,66-69 (Namen)

            Mt 17,1-9 Die Verklärung Jesu (Namen)

            Joh 3,26-36 Das Zeugnis des Täufers (Namen, Werke)

            Mt 9,1-8 Der Gelähmte (Namen und Werke)

            Joh 2,1-11 Die Hochzeit in Kana (Werke)

            Lk 8,22-25 Die Stillung des Sturmes (Werke)

            Joh 11,38-44 Die Auferweckung des Lazarus (Werke)

            Joh 1,45-51 Jesus und Nathanael (Eigenschaften)

124.     Warum glauben wir, dass Jesus Christus auch wahrer Mensch ist?

Wir glauben es, weil die Heilige Schrift

  1. ihn ausdrücklich einen Menschen mit Leib und Seele nennt und

  2. von ihm menschliches Aussehen und Auftreten berichtet.

(306)   1Tim 2,5: Es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus.

(307)   Lk 24,39*: Sehet meine Hände und meine Füße, ich bin's selber. Fasst mich an und seht; denn ein Geist hat nicht Fleisch und Gebein, wie ihr seht, dass ich habe.

(308)   Mt 26,38: Meine Seele ist betrübt bis an den Tod.

(BG)    Mt 4,2 Jesus hat Hunger

            Mk 4,38 Jesus schläft

            Lk 2,52 Jesus nimmt an Alter und Weisheit zu

            Joh 11,35 Jesus weint

125.     Welche zwei Naturen sind also in Christus vereint?

In Christus sind die göttliche und die menschliche Natur vereint.

(309)   Röm 9,5*: Zu den Israeliten gehören auch die Väter, und von ihnen kommt Christus her nach dem Fleisch, der da ist Gott über alles, gelobt in Ewigkeit! Amen. Vgl. Joh1,14; 2Sam 7,19!

126.     Auf welche Weise sind göttliche und menschliche Natur in Jesus Christus vereint?

Beide Naturen sind auf die Weise vereint:

  1. dass der Sohn Gottes die menschliche Natur in seine Person aufgenommen hat, und

  2. dass in dieser einen Person jede der beiden Naturen an Eigenschaften und Handlungen der anderen Natur teilhat (z. B. hatte die göttliche Natur Anteil am Sterben der menschlichen, ohne dass aber die göttliche Natur selbst starb);

  3. dass darüber hinaus die menschliche Natur zu ihren Wesenseigenschaften noch göttliche Eigenschaften empfangen hat.

[zurück zu: Frage 285]

Menschliche Natur aufgenommen:

(310)   Joh 1,14: Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingebornen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.

(311)   1Tim 3,16*: Anerkannt groß ist das gottselige Geheimnis: Gott ist offenbart im Fleisch.

(312)   Kol 2,9: In ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig.

Eigenschaften und Handlungen mitgeteilt:

(313)   Jes 9,5: Uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst.

(314)   Mt 28,2: Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

(315)   Apg 3,15: Den Fürsten des Lebens habt ihr getötet.

(316)   1Joh 1,7*: Das Blut Jesu Christi, des Sohnes Gottes, macht uns rein von aller Sünde.

(317)   Joh 8,58: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe Abraham wurde, bin ich.

Göttliche Eigenschaften empfangen:

(318)   Mt 28,18: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden.

(319)   Mt 11,27: Alles ist mir übergeben von meinem Vater.

(320)   Joh 5,27*: Der Vater hat dem Sohn Macht gegeben, das Gericht zu halten, weil er der Menschensohn ist.

127.     Wozu hat der Sohn Gottes die menschliche Natur angenommen?

Er hat sie angenommen, um die sündigen Menschen zu erlösen und selig zu machen.

(321)   Lk 19,10: Der Menschensohn isst gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.

128.     Warum musste  unser Erlöser wahrer Mensch sein?

Er musste wahrer Mensch sein, damit er uns Menschen als unser Stellvertreter erlösen konnte:

  1. indem er an unserer Stelle das Gesetz erfüllte und

  2. indem er für uns litt und starb.

Beides konnte er nur als Mensch tun.

(322)   Hebr 2,14*: Weil nun die Kinder von Fleisch und Blut sind, ist er's gleichermaßen teilhaftig geworden, damit er durch seinen Tod die Macht nähme dem, der des Todes Gewalt hatte, nämlich dem Teufel.

129.     Warum musste unser Erlöser wahrer Gott sein?

Er musste wahrer Gott sein, damit er

  1. den Zorn Gottes sühnen und

  2. Sünde, Tod und Teufel besiegen konnte.

(323)   Ps 49,8f*: Kann doch keiner einen andern erlösen oder für ihn an Gott ein Sühnegeld geben; denn es kostet zuviel, ihre Seele zu erlösen, er muss davon abstehen ewiglich.

 

Die drei Ämter Christi

130.     Welche drei Ämter unterscheiden wir beim Erlösungswerk Christi?

Wir unterscheiden

  1. das prophetische Amt Christi,

  2. das hohepriesterliche Amt Christi und

  3. das königliche Amt Christi.

131.     Worin besteht das »prophetische Amt« Christi?

Jesus Christus hat als Prophet

  1. sich selbst als Sohn Gottes und Erlöser der Welt durch Wort und Tat offenbart.

  2. Er tut dies auch noch heute durch die Predigt des Evangeliums.

(324)   5Mose 18,15: Einen Propheten wie mich wird dir der Herr, dein Gott, erwecken aus dir und aus deinen Brüdern; dem sollt ihr gehorchen.

(325)   Mt 17,5: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören! Vgl. Joh 1,18!

(326)   Lk 4,43: Jesus sprach aber zu ihnen: Ich muss auch den andern Städten das Evangelium predigen vom Reich Gottes; denn dazu bin ich gesandt.

(327)   Lk 10,16: Wer euch hört, der hört mich; und wer euch verachtet, der verachtet mich; wer aber mich verachtet, der verachtet den, der mich gesandt hat.

132.     Worin besteht das »hohepriesterliche Amt« Christi?

Jesus Christus hat als Hoherpriester

  1. das Gesetz für uns vollkommen erfüllt und

  2. sich selbst für uns geopfert.

  3. Er tritt als Hoherpriester noch jetzt ununterbrochen bei seinem Vater für uns ein.

[zurück zu: Frage 147]

(328)   Hebr 7,26f: Denn einen solchen Hohenpriester mussten wir auch haben, der heilig, unschuldig, unbefleckt, von den Sündern geschieden und höher ist als der Himmel. Er hat es nicht nötig, wie jene Hohenpriester, täglich zuerst für die eigenen Sünden Opfer darzubringen und dann für die des Volkes; denn das hat er ein für allemal getan, als er sich selbst opferte.

(329)   Gal 4,4f: Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan, damit er die, die unter dem Gesetz waren, erlöste, damit wir die Kindschaft empfingen.

(330)   1Petr 2,24*: Christus hat unsre Sünden selbst hinaufgetragen an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben. Durch seine Wunden seid ihr heil geworden.

(331)   1Joh 2,1f: Wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, der gerecht ist. Und er ist die Versöhnung für unsre Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt.

(BG)    3Mose 16 Der große Versöhnungstag

            4Mose 17,6-15 Aarons Fürbitte

            Joh 17 Das hohepriesterliche Gebet Jesu

133.     Worin besteht das »königliche Amt« Christ?

Jesus Christus herrscht als König

  1. mit Macht über alle Geschöpfe (Machtreich);

  2. vor allem aber regiert und schützt er seine Kirche (Gnadenreich) und

  3. führt sie schließlich zur Herrlichkeit (Ehrenreich).

Vgl. die zweite Bitte (Fragen 218, 219 und 220)!

[zurück zu: Frage 156 , Frage 218]

(332)   Mt 28,18: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. (Machtreich) Vgl. Mt 11,27!

(333)   Joh 18,37: Da fragte ihn Pilatus: So bist du dennoch ein König? Jesus antwortete: Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, dass ich die Wahrheit bezeugen soll. Wer aus der Wahrheit ist, der hört meine Stimme. (Gnadenreich)

(334)   Mt 21,5: Sagt der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir sanftmütig und reitet auf einem Esel und auf einem Füllen, dem Jungen eines Lasttier (Gnadenreich)

(335)   2Tim 4,18: Der Herr aber wird mich erlösen von allem Übel und mich retten in sein himmlisches Reich. Ihm sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. (Ehrenreich)

 

Erniedrigung und Erhöhung Christi

134.     Welche beiden Stände unterscheiden wir bei der Ausübung des Erlösungswerkes Christi?

Wir unterscheiden:

  1. den Stand der Erniedrigung und

  2. den Stand der Erhöhung.

135.     Mit welchen Worten beschreibt der zweite Artikel den Stand der Erniedrigung?

Der zweite Artikel beschreibt den Stand der Erniedrigung mit den Worten: »Empfangen vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben.«

136.     Worin besteht also die Erniedrigung Christi?

Die Erniedrigung Christi besteht darin, dass er die seiner menschlichen Natur mitgeteilte göttliche Macht und Majestät nicht immer und nicht völlig gebraucht hat.

(336)   Phil 2,5-8*: Ein jeder sei gesinnt, wie Jesus Christus auch war: Obwohl er in göttlicher Gestalt war, hielt er's nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein, sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward gleich wie ein anderer Mensch und dem Auftreten nach als Mensch erfunden. Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz.

(BG)    Joh 2,11 Hochzeit in Kanaan                                 Strahlen

            Joh 11,40 Auferweckung des Lazarus                  verborgener

            Joh 18,6 Gefangennahme Jesu                             Herrlichkeit

137.     Was lehrt die Heilige Schrift von der Empfängnis Christi?

Christus ist durch wunderbare Wirkung des Heiligen Geistes von der Jungfrau Maria als wirklicher Mensch empfangen worden.

(337)   Lk 1,35: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum wird auch das Heilige, das geboren wird, Gottes Sohn genannt werden.

138.     Was lehrt die Heilige Schrift von der Geburt Christi?

Obwohl Jesus Christus der Sohn des allmächtigen Gottes ist, wurde er in tiefer Armut von der Jungfrau Maria als wirklicher Mensch geboren.

(338)   Jes 9,5: Uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben.

(339)   2Kor 8,9: Ihr kennt die Gnade unseres Herrn Jesus Christus: obwohl er reich ist, wurde er doch arm um euretwillen, damit ihr durch seine Armut reich würdet. Vgl. Mt 8,20!

(BG)    Lk 2,1-14 Weihnachtsgeschichte

139.     Was bezeugt die Heilige Schrift vom Leiden und Sterben Christi?

Jesus Christus hat unter Pontius Pilatus unbeschreibliche Qualen an Leib und Seele erduldet und ist am Kreuz wie ein Verbrecher hingerichtet worden. Vgl. Gal 3,13!

(BG)    Mt 26; 27

            Mk 14;15               } Jesu Passionsgeschichte

            Lk 22; 23

           Joh 18; 19

140.     Was sagt die Heilige Schrift vom Begräbnis Christi?

Sein Leichnam ist in ein Grab gelegt worden. Dort blieb er bis zum dritten Tag, ohne zu verwesen.

(340)   Ps 16,10*: Du wirst nicht zugeben, dass dein Heiliger verwese. Vgl. Apg 13,35!

141.     Warum hat sich Christus so tief erniedrigt?

Jesus Christus hat sich so erniedrigt, um mich verlorenen und verdammten Menschen zu erlösen.

142.     Wovon hat dich Christus erlöst?

Jesus Christus hat mich erlöst:

a.         von allen Sünden,

b.         vom Tod und

c.         von der Gewalt des Teufels.

143.     Was bedeutet es, dass Christus dich von allen Sünden erlöst hat?

Es bedeutet: Jesus Christus hat mich

a.         von der Schuld,

b.         von der Strafe,              } der Sünde befreit.

c.         von der Herrschaft

(341)   Gal 3,13: Christus aber hat uns erlöst von dem Fluch des Gesetzes, da er zum Fluch wurde für uns; denn es steht geschrieben: »Verflucht ist jeder, der am Holz hängt.« Vgl. 5Mose 21,23!

(342)   1Petr 1,18f: Ihr wisst, dass ihr nicht mit vergänglichem Silber oder Gold erlöst seid von eurem nichtigen Wandel nach der Väter Weise, sondern mit dem teuren Blut Christi als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes.

144.     Was bedeutet es, dass du durch Christus vom Tod erlöst bist?

Ich brauche nun den zeitlichen Tod nicht zu fürchten, weil der ewige Tod keine Macht mehr über mich hat.

(343)   Hebr 2,14*: Weil nun die Kinder von Fleisch und Blut sind, ist er's gleichermaßen teilhaftig geworden, damit er durch seinen Tod die Macht nähme dem , der des Todes Gewalt hatte, nämlich dem Teufel.

(344)   2Tim 1,10: Jesus Christus hat dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht durch das Evangelium.

145.     Was bedeutet es, dass dich Christus von der Gewalt des Teufels erlöst hat?

Jesus Christus hat den Teufel besiegt. Nun kann mich der Teufel nicht mehr verklagen, und ich kann seinen Versuchungen siegreich widerstehen.

(345)   1Mose 3,14f*: Da sprach Gott der Herr zur Schlange (=Teufel): Ich will Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe und zwischen deinem Samen und ihrem Samen; derselbe soll dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen. (Das Wort »Samen« enthält sowohl den Singular »der Nachkomme« als auch den Plural »die Nachkommen«. Feindschaft besteht also zwischen Christus und dem Teufel wie auch zwischen Gotteskindern und Gottlosen.)

(346)   1Joh 3,8: Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre. Vgl. Hebr 2,14f!

146.     Womit hat dich Christus erlöst?

Jesus Christus hat mich nicht mit Gold oder Silber erlöst, sondern mit seinem heiligen, teuren Blut und mit seinem unschuldigen Leiden und Sterben.

(347)   1Joh 1,7*: Das Blut Jesu Christi, des Sohnes Gottes. Macht uns rein von aller Sünde. Vgl. 1Petr 1,18f!

147.     Wieso kommt Christi Leiden und Sterben dir zugute?

Es kommt mir zugute, weil er als Unschuldiger an meiner Stelle, vom Vater verlassen, starb. Dadurch hat er für mich bei Gott bezahlt, was ich verschuldet habe (= stellvertretende Genugtuung; vgl. Frage 132!).

[zurück zu: Frage 188]

(348)   Jes 53,4f: Fürwahr, er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt.

(349)   2Kor 5,21: Gott hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt.

148.     Wessen Eigentum bist du durch die Erlösung geworden?

Ich bin nun Eigentum meines Herrn Jesus Christus und darf ihm ewig gehören. Denn er hat mich losgekauft von Schuld und Strafe und mich damit erworben und gewonnen.

(350)   Offb 5,9: Du bist geschlachtet und hast mit deinem Blut Menschen für Gott erkauft aus allen Stämmen und Sprachen und Völkern und Nationen.  Vgl. Jes 53,11!

149.     Hat Christus nur dich erlöst, erworben und gewonnen?

Nein, Jesus Christus hat alle verlorenen und verdammten Menschen erlöst, genauso wie mich.

(351)   Lk 19,10: Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.

(352)   Joh 1,29: Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt!

(353)   1Joh 2,2: Christus ist die Versöhnung für unsre Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt.

(354)   2Petr 2,1: Sie verleugnen den Herrn, der sie erkauft hat; sie werden über sich selbst herbeiführen ein schnelles Verderben. (Der Zusammenhang redet von falschen Lehrern.)

150.     Mit welchen Worten beschreibt der zweite Artikel den Stand der Erhöhung Christi?

Der zweite Artikel beschreibt den Stand der Erhöhung mit den Worten: »Niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel, sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten.«

151.     Worin besteht die Erhöhung Christi?

Die Erhöhung Christi besteht darin, dass er seit seiner Höllenfahrt die seiner menschlichen Natur mitgeteilte göttliche Macht und Majestät immer und völlig gebraucht.

(355)   Phil 2,9-11: Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm den Namen gegeben, der über alle Namen ist, dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen sollen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.

152.     Was lehrt die Heilige Schrift von der Höllenfahrt Christi?

Nachdem Christus wieder lebendig geworden ist, hat er sich der Hölle als Sieger gezeigt und hat über alle höllischen Feinde triumphiert.

(356)   1Petr 3,18f: Christus ist getötet nach dem Fleisch, aber lebendig gemacht nach dem Geist. In ihm ist er auch hingegangen und hat gepredigt den Geistern im Gefängni(»Predigen« heißt hier nicht Evangelium, sondern Gericht verkündigen!)

(357)   Kol 2,15: Gott hat die Mächte und die Gewalten ihrer Macht entkleidet und sie öffentlich zur Schau gestellt und hat einen Triumph aus ihnen gemacht in Christus.

153.     Was lehrt die Heilige Schrift von der Auferstehung Christi?

Christus ist am dritten Tag mit einem verklärten Leib als Sieger aus dem Grab hervorgegangen und hat sich seinen Jüngern lebendig gezeigt.

(BG)    Mt 28

            Mk 16

            Lk 24                           } Die Osterevangelien

            Joh 20

154.     Warum ist die Auferstehung Christi für uns so tröstlich?

Die Auferstehung ist unser Trost, weil sie eindeutig bezeugt:

  1. dass Jesus Christus wirklich Gottes Sohn und seine Lehre wahr und zuverlässig ist;

  2. dass Gott der Vater das Opfer seines Sohnes als Sühne für die Schuld der Welt angenommen hat;

  3. dass auch alle Gläubigen zum ewigen Leben auferstehen werden. 

Als wahr erwiesen:

(358)   Röm 1,4*: Jesus Christus ist nach dem Geist, der da heiligt, erwiesen als Sohn Gottes in Kraft seit der Auferstehung von den Toten.

(359)   Joh 2,19.21: Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Brecht diesen Tempel ab, und in drei Tagen will ich ihn aufrichten. Er aber redete von dem Tempel seines Leibes.

Als Sühne angenommen:

(360)   1Kor 15,17: Ist Christus aber nicht auferstanden, so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in euren Sünden.

(361)   Röm 4,25: Christus ist um unsrer Sünde willen dahingegeben und um unserer Rechtfertigung willen auferweckt. (d.h. Christi Auferstehung ist die öffentliche Bestätigung unserer Rechtfertigung)

Als Vorbild unserer Auferstehung:

(362)   Joh 14,19: Ich lebe, und ihr sollt auch leben.

(363)   Joh 11,25f: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt; und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben.

155.     Was sagt die Heilige Schrift von der Himmelfahrt Christi?

Christus ist nach seiner menschlichen Natur sichtbar in die Höhe gefahren und in die Herrlichkeit seines Vaters eingegangen, um uns dort eine Wohnung vorzubereiten.

Beachte: Der Himmel, in den Jesus Christus aufgenommen wurde, ist nicht das sichtbare Weltall, sondern die für uns noch unsichtbare ewige Welt Gottes.

(364)   Ps 68,19*: Du bist aufgefahren in die Höhe und hast das Gefängnis gefangen; du hast Gaben empfangen für die Menschen.

(365)   Eph 4,10: Der hinabgefahren ist, das ist derselbe, der aufgefahren ist über alle Himmel, damit er alles erfülle.

(366)   Joh 12,26: Wo ich bin, da soll mein Diener auch sein.

(BG)    Mk 16,19

            Lk 24,50-53                                 } Die Himmelfahrt Christi

            Apg 1,1-14

156.     Was meint die Heilige Schrift mit dem »Sitzen zur Rechten Gottes«?

Jesus Christus herrscht nun über alles und erfüllt alles – auch nach seiner menschlichen Natur – mit göttlicher Macht und Majestät. Vor allem aber regiert und beschützt er als »Haupt« seine Gemeinde. Vgl. Frage 133!

(367)   Ps 110,1: Der Herr sprach zu meinem Herrn (= Christus): »Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße mache.« Vgl. Mt 22,44!

(368)   Eph 1,2-23: Durch die Macht seiner Stärke hat Gott Christus von den Toten auferweckt und eingesetzt zu seiner Rechten im Himmel über alle Reiche, Gewalt, Macht, Herrschaft und alles, was sonst einen Namen hat, nicht allein in dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen. Und alles hat er unter seine Füße getan und hat ihn gesetzt der Gemeinde zum Haupt über alles, welche sein Leib ist, nämlich die Fülle dessen, der alles in allem erfüllt.

157.     Was glauben wir nach der Heiligen Schrift vom Wiederkommen Christi?

Christus wird am Jüngsten Tag sichtbar und herrlich wiederkommen, um die ganze Welt mit Gerechtigkeit zu richten.

Wann Christus wiederkommt:

(369)     Mk 13,32: Von dem Tage aber und der Stunde weiß niemand, auch die Engel im Himmel nicht, auch der Sohn nicht, sondern allein der Vater.

(370)   1Petr 4,7: Es ist aber nahe gekommen das Ende aller Dinge.

(371)   2Petr 3,10*: Es wird aber des Herrn Tag kommen wie ein Dieb in der Nacht; dann werden die Himmel zergehen mit großem Krachen; die Elemente aber werden vor Hitze schmelzen.

Wie Christus wiederkommt:

(372)   Apg 1,11: Dieser Jesus, der von euch weg gen Himmel aufgenommen wurde, wird so wiederkommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen.

(373)   Mt 24,31: Er wird seine Engel senden mit hellen Posaunen, und sie werden seine Auserwählten sammeln von den vier Winden, von einem Ende des Himmels bis zum andern.

Wozu Christus wiederkommt:

(374)   Apg 17,31: Gott hat einen Tag festgesetzt, an dem er den Erdkreis richten will mit Gerechtigkeit durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat. Vgl. Apg 10,42!

(375)   2Kor 5,10*: Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi, damit jeder seinen Lohn empfange für das, was er getan hat bei Leibesleben, es sei gut oder böse. (Leibesleben = im irdischen Leben)

(376)   Joh 12,48: Jesus Christus spricht: Das Wort, das ich geredet habe, das wird ihn richten am Jüngsten Tage.

(BG)    Mt 24 Zeichen der letzten Zeit (vgl. 1Tim 4,1-3; 2Thess 2)

            Mt 25,31-46 Das Weltgericht

158.            Welchen Segen schenkt dir die Erhöhung Christi und damit sein ganzes Erlösungswerk?

Martin Luther beschreibt diesen Segen mit den Worten: »Auf dass ich sein eigen sei und in seinem Reich unter ihm lebe und ihm diene in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit, gleichwie er ist auferstanden vom Tode, lebt und regiert in Ewigkeit. Das ist gewisslich wahr.«

(377)   Lk 1,74f*: (Gott hat seine Verheißung wahrgemacht,) dass wir, erlöst aus der Hand unsrer Feinde, ihm dienten ohne Furcht unser Leben lang in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die ihm gefällig ist.

(378)   2Kor 5,15: Christus ist darum für alle gestorben, damit, die da leben, hinfort nicht sich selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferstanden ist.