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2. Was nützt denn dies Essen und Trinken? (Nutzen)

Das zeigen uns die Worte: »für euch gegeben« und »vergossen zur Vergebung der Sünden«; nämlich, dass uns im Sakrament Vergebung der Sünden, Leben und Seligkeit durch solche Worte gegeben wird. Denn wo Vergebung der Sünden ist, da ist auch Leben und Seligkeit.

295.   Was sagen uns die Worte »für euch gegeben« und »vergossen zur Vergebung der Sünden«?

Diese Worte wollen jeden Abendmahlsgast gewiss machen, dass er den Leib und das Blut Christi empfängt, mit dem Christus am Kreuz die Vergebung für alle Sünder erworben hat. Mit seinem Leib und Blut übergibt uns Christus das Lösegeld, mit dem er uns von Schuld und Verdammnis losgekauft hat, und besiegelt uns damit die Vergebung unserer Sünden.

Beachte: Wer die Gegenwart des Leibes und Blutes Christi unter Brot und Wein bestreitet, der verachtet und verwirft die höchste Gabe, mit der uns Christus seine Vergebung schenkt und besiegelt zur Stärkung unserer Gewissheit.

296.   Was ist in das Geschenk der Vergebung eingeschlossen?

Indem uns Gott die Schuld der Sünde vergibt, erlässt er uns auch ihre Strafe und nimmt uns wieder als seine Kinder an. Damit ist uns neues geistliches Leben und ewige Seligkeit geschenkt.

(657)   Röm 5,1f: Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus; durch ihn haben wir auch den Zugang im Glauben zu dieser Gnade, in der wir stehen, und rühmen uns der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit, die Gott geben wird.

297.   Weshalb gehen wir also zum heiligen Abendmahl?

Wir gehen zum heiligen Abendmahl, um durch den Empfang von Leib und Blut Christi im Glauben an die Vergebung unserer Sünden gestärkt zu werden. Nur wenn dies im Mittelpunkt steht, wird das Abendmahl zugleich auch:

  1. ein Mahl der Vorfreude auf die ewige Seligkeit;

  2. ein Mahl der Gemeinschaft mit Christus und allen wahren Christen;

  3. ein Mahl zur Hilfe und Stärkung im christlichen Leben;

  4. ein Mahl des Gedächtnisses an Leiden und Sterben Christi;

  5. ein Mahl des Bekenntnisses, durch das alle Teilnehmer einen Glauben bekennen (vgl. Frage 298).

[zurück zu: Anhang 4.7 , Frage 294]

(658)   Mt 26,29: Ich sage euch: Ich werde von nun an nicht mehr von diesem Gewächs des Weinstocks trinken bis an den Tag, an dem ich von neuem davon trinken werde mit euch in meines Vaters Reich. (= Vorfreude)

(659)   1Kor 10,17: Denn ein Brot ist's: So sind wir viele ein Leib, weil wir alle an einem Brot teilhaben. (= Gemeinschaft)

(660)   1Joh 4,19f: Lasst uns lieben, denn er hat uns zuerst geliebt. Wenn jemand spricht: Ich liebe Gott, und hasst seinen Bruder, der ist ein Lügner. (= christliches Leben) Vgl. Ps 119,32!

(661)   1Kor 11,26: Denn sooft ihr von diesem Brot esst und von dem Kelch trinkt, sollt ihr den Tod des Herrn verkündigen, bis er kommt. (= Gedächtnis)

(BG)   1Kor 10,14-22 Bekenntnismahl

298.   Dürfen wir mit jedem Christen das Abendmahl feiern ganz gleich, welcher Kirche er angehört?

Nein, denn gemeinsame Abendmahlsfeiern können keine Einigkeit unter Christen schaffen, sondern sollen nur rechte Einigkeit bezeugen und stärken.

Beachte: Die verborgene Einheit der Kirche kann zwar nicht sichtbar gemacht werden, findet aber ihren äußeren Ausdruck gerade auch dort, wo Leib und Blut Christi von vielen unter demselben sichtbaren Brot und Wein gemeinsam empfangen werden. Wo falsche Lehre die Kirchen zerreißt, würden gemeinsame Abendmahlsfeiern eine Einigkeit vortäuschen, wo die Heilige Schrift Trennung fordert. Vgl. die Fragen 173, 174, 183 und 184!

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