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1. Was ist die Taufe? (Wesen)

Die Taufe ist nicht allein schlicht Wasser, sondern sie ist das Wasser in Gottes Gebot gefasst und mit Gottes Wort verbunden.

Welches ist denn dies Wort Gottes?

Unser Herr Christus spricht bei Matthäus im letzten Kapitel: »Gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe« (Mt 28,19+20).

243.   Warum ist die Taufe nicht nur schlichtes Wasser?

Die Taufe ist nicht nur einfaches Wasser:

  1. weil sie von Gott eingesetzt und geboten ist, und

  2. weil sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes geschieht und so mit Gottes Wort verbunden ist.

244.   Wer hat die heilige Taufe eingesetzt?

Gott selbst hat durch seinen Sohn Jesus Christus beim Evangelisten Matthäus im letzten Kapitel seiner Kirche befohlen, die Menschen aller Völker zu taufen.

(580)   Mt 28,18-20*: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe , ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

245.   Wer soll taufen?

Taufen sollen normalerweise die berufenen Diener Christi (z.B. Pastoren), weil sie für die rechte Verwaltung der Taufe in der Gemeinde verantwortlich sind. Aber im Notfall soll es auch jeder Christ tun. Vgl. zur Nottaufe Anhang 6!

(581)   1Kor 4,1: Dafür halte uns jedermann: für Diener Christi und Haushalter über Gottes Geheimnisse. (Der Zusammenhang redet vom Apostel - und Predigtamt.)

246.   Was heißt »taufen«?

Das griechische Wort »baptizein«, das in unserer Bibel mit »taufen« übersetzt wird, bedeutet jede Art von Waschung, ob durch Eintauchen ins Wasser, durch Besprengen oder Begießen mit Wasser.

Beachte: Eine bestimmte Art zu taufen hat Christus nicht vorgeschrieben.

[zurück zu: Anhang 4.4]

(582)   Mk 7,4: Wenn sie vom Markt kommen, essen sie nicht, wenn sie sich nicht gewaschen haben. Und es gibt viele andre Dinge, die sie zu halten angenommen haben, wie: Trinkgefäße und Krüge und Kessel und Bänke zu waschen. (= jüdische Reinigungsvorschriften)

(583)   Apg 22,16: Lass dich taufen und deine Sünden abwaschen. Vgl. Hebr 10,22!

(584)   Mt 3,11: Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen. Vgl. Apg 2,16f (ausgießen)!

(BG)   2Kön 5 Naemans Reinigung

           Lk 3,2f und Joh 1,33 Johannes der Täufer

247.   Was heißt »im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes« taufen?

Es heißt, jemanden nach Christi Befehl durch die Taufe in die Gemeinschaft mit dem dreieinigen Gott aufnehmen.

248.   Wen soll man taufen?

Nach Christi Befehl sind alle Völker zu taufen, das heißt alle Menschen, unabhängig davon, ob sie jung oder alt sind.

249.   Sollen wir alle Menschen ohne Unterschied taufen?

  1. Solche, die unterrichtet werden können, sind erst in den Hauptstücken der christlichen Lehre zu unterweisen und dann zu taufen.

  2. Kleine Kinder, deren Eltern zur christlichen Gemeinde gehören, sollen zuerst getauft und dann in den Hauptstücken der christlichen Lehre unterwiesen werden.

(585)   Mk 16,15f: Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur. Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden.

250.   Aus welchen Gründen taufen wir auch Kinder und Säuglinge?

  1. Sie gehören zu »allen Völkern«. Vgl. Mt 28,19f!

  2. Sie sind »Fleisch vom Fleisch geboren« (vgl. Joh 3,5f) und stehen somit unter der Macht und dem Fluch der Sünde (Erbsünde).

  3. Auch Kinder können nur durch die Wiedergeburt gerettet werden. Das geschieht bei ihnen durch die Taufe. Deshalb soll die Taufe an ihnen bald vollzogen werden.

  4. Auch kleine Kinder können glauben (wenn auch unbewusst) und damit Vergebung und Himmelreich annehmen.

  5. Immer wieder wird uns in der Apostelgeschichte berichtet, dass »ganze Häuser« sich taufen ließen, das heißt alle, die im Haus wohnten. Nirgends werden die Kinder davon ausgenommen. Vgl. Apg 16,15 (Lydia); 16,33 (Kerkermeister); 1Kor 1,16 (Stephanas)!

  6. Im Alten Bund wurden Säuglinge am 8.Tag nach der Geburt durch die Beschneidung in das Gottesvolk aufgenommen. Das spricht dafür, auch im Neuen Bund kleine Kinder zu taufen.

  7. Wie der Herr Christus in seinen Erdentagen kleinen Kindern das Himmelreich durch Handauflegung schenken konnte, so kann und will er es ihnen auch heute durch die Taufe schenken.

[zurück zu: Anhang 4.4]

(586)   Mk 10,13-16*: Sie brachten Kinder zu ihm, damit er sie anrühre. Die Jünger aber fuhren die an, die sie trugen. Als es aber Jesus sah, wurde er unwillig und sprach zu ihnen: Lasst die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn solchen gehört das Reich Gottes. Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kind, wird nicht hineinkommen. Und er herzte sie und legte die Hände auf sie und segnete sie. Vgl. Lk 18,15 (wörtlich: Säuglinge)!

(587)   Joh 3,5f: Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, dass jemand geboren werde aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch geboren ist, das ist Fleisch; und was vom Geist geboren ist, das ist Geist.

(588)   Mt 18,6*: Wer aber ärgert einen dieser Kleinen, die an mich glauben, für den wäre es besser, dass ein Mühlstein an seinen Hals gehängt und er ersäuft würde im Meer, wo es am tiefsten ist. (Mit »ärgern« ist hier die Verführung zu Unglauben oder Sünde gemeint.)

(589)   Kol 2,11f: In ihm seid ihr auch beschnitten worden mit einer Beschneidung, die nicht mit Händen geschieht, als ihr nämlich euer fleischliches Wesen ablegtet in der Beschneidung durch Christus. Mit ihm seid ihr begraben worden durch die Taufe; mit ihm seid ihr auch auferstanden durch den Glauben.

(BG)   Mt 21,16 Lob der Kinder und Säuglinge

           Apg 11,14 Kornelius und sein »Haus«

251.   Welche Aufgaben haben die Taufpaten?

Taufpaten haben eine große Verantwortung vor Gott für ihr Patenkind. Sie sollen:

  1. bezeugen, dass die kleinen Kinder richtig getauft worden sind;

  2. helfen, dass die Kinder christlich erzogen werden;

  3. beten, dass die Kinder im rechten Glauben heranwachsen;

  4. die Kinder oft an ihre Taufe erinnern, damit sie dadurch getröstet werden;

  5. durch ihr christliches Leben selbst den Kindern ein gutes Vorbild geben.

(590)   Mt 18,16: Jede Sache werde durch den Mund von zwei oder drei Zeugen bestätigt.

(591)   Mt 18,5: Wer ein solches Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf. Vgl. Mt 18,6!