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Der erste Artikel: Die Schöpfung

Ich glaube an Gott den Vater, den Allmächtigen, Schöpfer Himmels und der Erden.

Was heißt das?

Ich glaube, dass mich Gott geschaffen hat samt allen Kreaturen, mir Leib und Seele, Augen, Ohren und alle Glieder, Vernunft und alle Sinne gegeben hat und noch erhält; dazu Kleider und Schuh, Essen und Trinken, Haus und Hof, Frau und Kind, Acker, Vieh und alle Güter; mit allem, was not tut für Leib und Leben, mich reichlich und täglich versorgt, in allen Gefahren beschirmt und vor allem Übel behütet und bewahrt; und das alles aus lauter väterlicher, göttlicher Güte und Barmherzigkeit, ohne alle mein Verdienst und Würdigkeit. Für das alles ich ihm zu danken, zu loben, zu dienen und gehorsam zu sein schuldig bin. Das ist gewisslich wahr.

99.       Warum nennen wir die erste Person der heiligen Dreieinigkeit den »Vater«?

Wir nennen Gott »Vater«, weil er der Vater unseres Herrn Jesus Christus und auch unser rechter Vater ist.

(236)   Joh 20,17: Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.

(237)   Mal 2,10: Haben wir nicht alle einen Vater? Hat uns nicht ein Gott geschaffen?

(238)   Eph 3,14f *: Deshalb beuge ich meine Knie vor dem Vater unsers Herrn Jesus Christus, der der rechte Vater ist über alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden.

100.     Warum wird Gott der Vater »Allmächtiger« und »Schöpfer« genannt?

Wir nennen ihn im Glaubensbekenntnis »allmächtig« und »Schöpfer«, weil Gott durch sein Wort alles aus nichts gemacht hat.

(239)   1Mose 1,1: Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.

(240)   Hebr 11,3: Durch den Glauben erkennen wir, dass die Welt durch Gottes Wort geschaffen ist, so dass alles, was man sieht, aus nichts geworden ist.

(241)   Ps 115,3: Unser Gott ist im Himmel; er kann schaffen, was er will.

101.     Warum schließen sich biblischer Schöpfungsglaube und Entwicklungslehre aus?

Sie schließen sich aus, weil die Bibel bezeugt:

  1. Gott hat die Welt durch sein Befehlswort geschaffen und nicht durch allmähliche Auslese. Durch Gottes Wort wurde eine Art der Lebewesen nach der anderen und nicht eine aus der anderen geschaffen (Weg der Schöpfung);

  2. Gott hat die Welt in sechs Tagen geschaffen und nicht in Jahrmillionen (Dauer der Schöpfung);

  3. Gott hat zuerst die Wasser- und Lufttiere, danach die Landtiere geschaffen. Wasser-, Land- und Lufttiere sind also nicht nach und nach auseinander hervorgegangen (Reihenfolge der Schöpfung);

  4. Nach Gottes eigenem Urteil war die Welt am Anfang »sehr gut«. Krankheit und Tod sind Folgen des Sündenfalls der ersten Menschen und nicht nötige Voraussetzung für die natürliche Auslese von Anfang an (Qualität der Schöpfung).

(242)   Ps 33,9: Wenn er spricht, so geschieht's; wenn er gebietet, so steht's da. (= Weg) Vgl. 1Mose 1,3.6.9.11!

(243)   1Mose 2,2: So vollendete Gott am siebenten Tage seine Werke, die er machte, und ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er gemacht hatte. (= Dauer)

(244)   1Mose 1,20.24: Gott sprach: Es wimmle das Wasser von lebendigem Getier, und Vögel sollen fliegen auf Erden unter der Feste des Himmels. – Und Gott sprach: Die Erde bringe hervor lebendiges Getier, ein jedes nach seiner Art: Vieh, Gewürm und Tiere des Feldes, ein jedes nach seiner Art. Und es geschah so. (= Reihenfolge; beachte: Insgesamt zehnmal »ein jedes nach seiner Art«!).

(245)   1Mose 1,31: Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. (= Qualität)

(246)   Röm 6,23*: Der Tod ist der Sünde Sold; die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserm Herrn. Vgl. Röm 5,12!

(BG)    1Mose 1; 2 Die Schöpfung der Welt

102.     Was meinen wir mit der Schöpfung »Himmels und der Erde«?

Gottes Schöpfung umfasst alle Geschöpfe, die sichtbaren und auch die für uns unsichtbaren.

(247)   Kol 1,16: In ihm ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare.

103.     Wie heißen die unsichtbaren Geschöpfe?

Die Bibel nennt die unsichtbaren Geschöpfe »Engel« (griech. »angelos« = Bote, Engel).

104.     Welche Arten von Engeln gibt es jetzt?

Es gibt gute und böse Engel.

105.     Wer sind die guten Engel?

Die guten Engel sind heilige, schon endgültig selige, mächtige Geister,

  1. die Gott loben;

  2. die Gottes Befehle ausrichten und

  3. die uns Menschen dienen.

(248)   Hebr 1,14: Sind sie nicht allesamt dienstbare Geister, ausgesandt zum Dienst um derer willen, die das Heil ererben sollen?

(249)   Mk 8,38: Wer sich aber meiner und meiner Worte schämt unter diesem abtrünnigen und sündigen Geschlecht, dessen wird sich auch der Menschensohn schämen, wenn er kommen wird in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln.

(250)   Mt 18,10: Ihre Engel im Himmel sehen allezeit das Angesicht meines Vaters im Himmel. (Schutzengel)

(251)   Ps 103,20f: Lobet den Herrn, ihr seine Engel, ihr starken Helden, die ihr seinen Befehl ausrichtet, dass man höre auf die Stimme seines Wortes! Lobet den Herrn, alles seine Heerscharen, seine Diener, die ihr seinen Willen tut!

(252)   Ps 34,8: Der Engel des Herrn lagert sich um die her, die ihn fürchten, und hilft ihnen heraus.

(253)   Ps 91,11f*: Er hat seinen Engeln befohlen über dir, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen, dass sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.

(BG)    2Kön 6,8-17 Die unsichtbare Streitmacht um Elisa

            2Kön 19,35 Sanheribs Heer

            Dan 3;6 Daniel und seine Freunde

            Mt 26,53 Mögliche Hilfe für Jesus

            Lk 2,13f Lobgesang der Engel

            Lk 16,22 Lazarus

            Apg 12,5-11 Befreiung des Petrus

106.     Wer sind die bösen Engel?

Die bösen Engel sind von Gott abgefallene und ewig verstoßene Geister, die Gottes und der Menschen erbitterte Feinde sind und Gottes Werk zu zerstören suchen.

(254)   Jud 6*: Die Engel, die ihren himmlischen Herrschaftsbereich nicht bewahrten, sondern ihre Behausung verließen, hat er für das Gericht des großen Tages festgehalten mit ewigen Banden in der Finsternis.

(255)   Eph 6,12: Wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächtigen und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in dieser Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel.

(256)   Joh 8,44: Der Teufel ist ein Mörder von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit; denn die Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er Lügen redet, so spricht er aus dem Eigenen; denn er ist ein Lügner und der Vater der Lüge.

(257)   1Petr 5,8f: Seid nüchtern und wacht; denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge. Dem widersteht, fest im Glauben.

(BG)    1Mose 3,1-6 Der Sündenfall

            Hiob 2 Der Satan

            Mt 4,1-11 Jesu Versuchung

107.     Was hebt den Menschen aus allen anderen sichtbaren Geschöpfen heraus?

  1. Gott hat den Leib des Menschen selbst gestaltet;

  2. Gott hat dem Menschen eine Seele gegeben und ihn so zu einer Person gemacht;

  3. vor allem aber hat Gott den Menschen nach seinem Bild geschaffen.

(258)   1Mose 2,7*: Da bildete Gott, der Herr, den Menschen aus Erde vom Acker und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch eine lebendige Seele.

(259)   1Mose 1,27: Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Weib. 

108.     Worin bestand das göttliche Ebenbild der ersten Menschen?

Das göttliche Ebenbild der ersten Menschen bestand in ihrer unmittelbaren Erkenntnis Gottes. Dadurch nahmen sie wie ein Spiegel Gottes heiliges Wesen auf und strahlten es zurück in vollkommener Gerechtigkeit und Heiligkeit.

(260)   Kol 3,10: Ihr habt den neuen Menschen angezogen, der erneuert wird zur Erkenntnis nach dem Ebenbild dessen, der ihn geschaffen hat.

(261)   Eph 4,24: Zieht den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit.

109.            Besitzen wir Menschen heute noch das göttliche Ebenbild?

Nein, durch den Sündenfall ist das Ebenbild Gottes zerstört worden und verlorengegangen. Durch den Glauben wird es bei Christen teilweise erneuert, aber erst im ewigen Leben vollkommen wiederhergestellt.

[zurück zu: Frage 258]

(262)   1Mose 5,3: Adam … zeugte einen Sohn, ihm gleich und nach seinem Bilde, und nannte ihn Seth.

(263)   1Joh 3,2: Wir wissen aber: wenn es offenbar wird, werden wir ihm gleich sein; denn wir werden ihn sehen, wie er ist. Vgl. Kol 3,10 und Eph 4,24!

110.     Was bekennst auch du mit dem ersten Artikel?

Ich glaube, dass mich Gott geschaffen hat, wie auch alle anderen Geschöpfe. Er hat mir Leib und Seele, Augen, Ohren und alle Glieder, Vernunft und alle Sinne gegeben.

(264)   Ps 139,14: Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.

111.     Was tut Gott bis heute an allem, was er geschaffen hat?

Gott erhält und regiert mich und alle Dinge.

112.     Wie erhält Gott alles Geschaffene?

Auch nach der Erschaffung der Welt wirkt Gott weiter in allen seinen Geschöpfen. Er handelt also nicht wie ein menschlicher Baumeister, der das fertige Gebäude verlässt. Gott erhält durch seine Kraft bis heute Weltall und Natur in ihrer Ordnung (z.B. Geburten, Wachstum, Jahreszeiten). Das hat er auch für die Welt nach dem Sündenfall zugesagt.

(265)   Apg 17,27f: Er ist nicht ferne von einem jeden unter uns; denn in ihm leben, weben und sind wir. (weben = bewegen wir uns)

(266)   Hebr 1,3: Christus trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort.

(267)   1Mose 8,22: Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.

(268)   Ps 139,13: Du hast meine Nieren bereitet und hast mich gebildet im Mutterleibe.

(269)   Ps 74,16: Dein ist der Tag und dein ist die Nacht; du hast Gestirn und Sonne die Bahn gegeben.

(BG)    Ps 104 Lob Gottes aus dem Buch der Natur

113.     Wie erhält Gott auch mich?

Gott gibt mir Kleider und Schuhe, Essen und Trinken, Haus und Hof, Frau und Kind, Äcker, Vieh und alle Güter. Er versorgt mich reichlich und täglich mit allem, was für Leib und Leben nötig ist.

(270)   Ps 145,15f*: Aller Augen warten auf dich, Herr, und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit. Du tust deine Hand auf und sättigst alles, was lebt, mit Wohlgefallen.

(271)   1Petr 5,7: Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.

(BG)    1Mose 9,1-3 Noah und seine Nachkommen

            5Mose 8,3 Israel in der Wüste

            1Kön 17 Elia am Bach und bei der Witwe

114.     Wie regiert Gott die Welt?

Gott lenkt und leitet alle Dinge nach seinem Willen zum Besten seiner Kinder (vgl. die Fragen 133 und 221). Wie Menschen etwa Autos oder Schiffe steuern, so lenkt Gott das Weltall und die Menschen, dass alles dahin kommt, wohin Gott es haben will.

Beachte: Gott lenkt

  1. alles Wichtige,

  2. auch das scheinbar Geringe,

  3. selbst das Böse hat er in seiner Hand. Gott will nicht das Böse; aber er lenkt es, wie er will.

(272)   Ps 33,13-15: Der Herr schaut vom Himmel und sieht alle Menschenkinder. Von seinem festen Thron sieht er auf alle, die auf Erden wohnen. Er lenkt ihnen allen das Herz, er gibt acht auf alle ihre Werke. (alle Dinge)

(273)   Röm 8,28: Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind. (zum Besten der Kirche)

(274)   Mt 10,29f: Kauft man nicht zwei Sperlinge für einen Groschen? Dennoch fällt keiner von ihnen auf die Erde ohne euren Vater. Nun aber sind auch eure Haare auf dem Haupt alle gezählt. (das scheinbar Geringe)

(275)   1Mose 50,20: Ihr gedachtet es böse mit mir zu machen, aber Gott gedachte es gut zu machen. (Gott lenkt das Böse)

(BG)    1Mose 37-50 Josephs Lebensweg

            2Mose 13;14 Der Auszug aus Ägypten

            Mt 6,25-32 Gott sorgt für die Seinen

115.     Was verdanke ich der Regierung Gottes?

Gott beschirmt mich in aller Gefahr und behütet mich vor allem Übel.

(276)   Ps 91,10: Es wird dir kein Übel begegnen, und keine Plage wird sich deinem Hause nahen.

(277)   Ps 37,5: Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn, er wird's wohl machen.

(278)   Jes 28,29: Sein Rat ist wunderbar, und er führt es herrlich hinaus.

(BG)    1Mose 19 Lot

            2Mose 2 Das Kind Mose

116.     Warum tut Gott das alles an mir?

Wie Gott alles geschaffen hat und noch erhält und regiert, so handelt er auch an mir aus lauter väterlicher, göttlicher Güte und Barmherzigkeit, ohne dass ich es wert bin oder verdient habe.

(279)   Ps 103,13: Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarmt sich der Herr über die, die ihn fürchten.

(280)   1Mose 32,11: Herr, ich bin zu gering aller Barmherzigkeit und aller Treue, die du an deinem Knechte getan hast.

(BG)    Lk 7,6f Der Hauptmann von Kapernaum

117.     Was bin ich dafür dem himmlischen Vater schuldig?

Für das alles bin ich Gott Lob und Dank, Dienst und Gehorsam schuldig.

(281)   Ps 118,1: Danket dem Herrn; denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich.

(282)   Ps 103,2: Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.

(283)   Jos 24,15: Ich aber und mein Haus wollen dem Herrn dienen.

(284)   Ps 50,14: Opfere Gott Dank und erfülle dem Höchsten deine Gelübde. (= Gehorsam)

118.     Warum sagst du am Schluss: »Das ist gewisslich wahr«?

Mit diesen Worten bekräftige ich, dass ich das alles von Herzen glaube.