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1. Was ist das Sakrament des Altars? (Wesen)

Es ist der wahre Leib und Blut unseres Herrn Jesus Christus, unter dem Brot und Wein uns Christen zu essen und zu trinken von Christus selbst eingesetzt.

Wo steht das geschrieben?

So schreiben die heiligen Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und der Apostel Paulus: »Unser Herr Jesus Christus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte und brach's und gab's seinen Jüngern und sprach: Nehmet hin und esset, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Solches tut zu meinem Gedächtnis. Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankte und gab ihnen den und sprach: Nehmet hin und trinket alle daraus; dieser Kelch ist das Neue Testament in meinem Blut, das für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Solches tut, so oft ihr's trinket, zu meinem Gedächtnis.«

284.   Warum stehen die Einsetzungsworte viermal in der Heiligen Schrift?

Die Einsetzungsworte sind so oft bezeugt, damit sie uns ganz wichtig und gewiss werden.

285.   Wer hat das heilige Abendmahl eingesetzt?

Unser Herr Jesus Christus selbst hat das heilige Abendmahl eingesetzt. Er ist als menschgewordener Gottessohn genauso wahrhaftig, allwissend und allmächtig wie der Vater. Das gibt seinen Worten unvergleichlichen Nachdruck. Vgl. die Fragen 122 bis 126!

(640)   Röm 9,5*: Zu den Israeliten gehören auch die Väter, und von ihnen kommt Christus her nach dem Fleisch, der da ist Gott über alles, gelobt in Ewigkeit! Amen.

(641)   Ps 33,4: Des Herrn Wort ist wahrhaftig, und was er zusagt, das hält er gewiss.

(642) Mt 28,18: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden.

286.   Welche sichtbaren Zeichen gehören zu diesem Sakrament?

Nach Christi Einsetzung sollen wir zum heiligen Abendmahl verwenden:

  1. Brot, aus Mehl zubereitet, und

  2. Wein, aus Weinbeeren gewonnen.

Beachte: Alle anderen Elemente (wie Wasser, Saft, Tee u. ä.) entsprechen nicht Christi Befehl. Bei ihrer Verwendung können wir nicht gewiss sein, ob wir wirklich das Sakrament feiern, durch das uns Gott den Glauben stärken will.

(643)   Mt 26,26: Als sie aber aßen, nahm Jesus das Brot, dankte und brach's und gab's den Jüngern und sprach: Nehmet, esset; das ist mein Leib.

(644)   Mt 26,29: Ich sage euch: Ich werde von nun an nicht mehr von diesem Gewächs des Weinstocks trinken bis an den Tag, an dem ich von neuem davon trinken werde mit euch in meines Vaters Reich.

287.   Was gibt uns Christus unter diesen sichtbaren Zeichen im heiligen Abendmahl?

  1. In, mit und unter dem Brot gibt er uns seinen wahren Leib.

  2. In, mit und unter dem Wein gibt er uns sein wahres Blut.

288.   Warum dürfen wir die Worte »Das ist mein Leib« und »Das ist mein Blut« nicht symbolisch oder im übertragenen Sinn verstehen?

Wir können diese Worte nicht symbolisch verstehen (vgl. reformiertes Abendmahlsverständnis):

  1. weil Christus ausdrücklich sagt, er reiche uns »den« Leib, der für uns gegeben, und »das« Blut, das für uns vergossen wird (vgl. Mt 26,26ff);

  2. weil der Apostel Paulus betont: »Der gesegnete Kelch, den wir segnen, ist der nicht die Gemeinschaft des Blutes Christi? Das Brot, das wir brechen, ist das nicht die Gemeinschaft des Leibes Christi?« (1Kor 10,16); und: »Wer unwürdig von dem Brot isst oder von dem Kelch des Herrn trinkt, der ist schuldig am Leib und Blut des Herrn« (1Kor 11,27*);

  3. weil sie Einsetzungsworte einer göttlichen Stiftung und Worte eines göttlichen Testaments sind.

Deshalb müssen wir diese Worte so nehmen, wie sie in der Heiligen Schrift stehen.

(645)   Mk 14,24*: Das ist mein Blut des Neuen Testaments, das für viele vergossen wird.

(646)   Gal 3,15: Man hebt doch das Testament eines Menschen nicht auf, wenn es bestätigt ist, und setzt auch nichts dazu.

289.   Sind Brot und Wein im heiligen Abendmahl noch vorhanden, oder sind sie in Christi Leib und Blut verwandelt worden?

Brot und Wein werden im Sakrament nicht in Leib und Blut Christi umgewandelt (vgl. römisch-katholische Abendmahlslehre), sondern die Elemente sind noch vorhanden. Denn der Apostel Paulus schreibt ausdrücklich, dass auch beim Essen und Trinken im Abendmahl das Brot noch Brot und der Wein noch Wein ist.

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(647)   1Kor 11,26.28*: Denn sooft ihr von diesem Brot esst und von dem Kelch trinkt, sollt ihr den Tod des Herrn verkündigen, bis er kommt. – Der Mensch prüfe aber sich selbst, und so esse er von diesem Brot und trinke von diesem Kelch. Vgl. 1Kor 10,16!

290.   Wozu gibt uns Christus im heiligen Abendmahl seinen Leib und sein Blut?

Christus gibt uns im heiligen Abendmahl unter Brot und Wein seinen Leib und sein Blut »zu essen und zu trinken«. Deshalb ist es ein Missbrauch des Sakraments (vgl. römisch-katholische Kirche):

  1. wenn nur das Brot und nicht auch der Kelch gereicht wird, als ob mit dem Leib schon das Blut Christi empfangen würde;

  2. wenn die Elemente angebetet werden (Anbetung der Hostie, Fronleichnamsfest); denn Jesus hat die Elemente nur zum Essen und Trinken eingesetzt;

  3. wenn es als unblutiges Opfer für die Sünden der Lebenden und Toten vom Priester immer wieder dargebracht wird (Messopfer, Seelenmessen).

(648)   Mt 26,27: Trinket alle daraus!

(649)   Mk 14,23: Und sie tranken alle daraus.

(650)   Hebr 10,14.18*: Mit einem Opfer hat er für immer die vollendet, die geheiligt werden. – Wo aber Vergebung der Sünden ist, da ist kein Opfer mehr nötig für die Sünde.

291.   Auf welche Weise wird im heiligen Abendmahl gegessen und getrunken?

Im heiligen Abendmahl essen und trinken wir in einer besonderen (sakramentlichen) Art und Weise. Das heißt, wir empfangen gleichzeitig mit dem Mund:

  1. Brot und Wein auf natürliche Weise (wie jedes andere Essen) und

  2. Christi Leib und Blut auf unerklärliche, wunderbare Weise.

292.   Was befiehlt der Herr Christus mit den Worten »Solches tut zu meinem Gedächtnis«?

Er befiehlt damit, dass das heilige Abendmahl in seiner Kirche immer wieder empfangen werden soll. Gemeint ist aber damit keine bloße Gedächtnisfeier, sondern ein wirklicher Empfang von Leib und Blut Christi. Indem er uns seinen Leib und sein Blut im Abendmahl als Pfand unserer Erlösung schenkt, erinnert er uns an sein stellvertretendes Leiden und Sterben. Dem soll auch die Verkündigung bei jeder Sakramentsfeier dienen.

(651)   1Kor 11,26*: Denn sooft ihr von diesem Brot esst und von dem Kelch trinkt, sollt ihr den Tod des Herrn verkündigen, bis er kommt.

293.   Wann dürfen wir gewiss sein, dass wir wirklich das heilige Abendmahl feiern?

Nur dann dürfen wir gewiss sein, wirklich das heilige Abendmahl zu feiern, wenn wir es so halten, wie es der Herr Christus eingesetzt hat.

294.   Wie häufig sollen wir das heilige Abendmahl empfangen?

Während Gott in der Taufe einmal einen Bund mit uns schließt (vgl. Frage 263), sollen wir das heilige Abendmahl oft empfangen. Zu häufigem Empfang dieses Sakraments sollen uns bewegen:

  1. der Befehl Christi,

  2. seine Verheißung der Sündenvergebung (vgl. Frage 297) und

  3. die Not unserer Sünde und Anfechtung (z. B. in Krankheit).

Vgl. dazu M. Luthers Vorrede zum Kleinen Katechismus und die »Christlichen Fragestücke« (Anhang 7, besonders die dortigen Fragen 19 und 20)!

(652)   Apg 2,42: Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet. (= häufig)

(653)   Apg 20,7: Am ersten Tag der Woche aber als wir versammelt waren, das Brot zu brechen, predigte ihnen Paulus. (= regelmäßig; der erste Tag der Woche war damals der Sonntag!)

(654)   1Kor 11,25f*: Das tut, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis. Denn sooft ihr von diesem Brot esst und von dem Kelch trinkt, sollt ihr den Tod des Herrn verkündigen, bis er kommt. (= Christi Befehl)

(655)   Mt 5,6: Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden. (= Verheißung)

(656)   Mt 11,28: Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. (= unsere Not)