Gemeindegeschichte

Lutheranervereine

Die Anfänge unserer Gemeinde reichen zurück in die Jahre 1837/38. In ihrer Freizeit beschäftigten sich anfangs drei Schuhmacher mit der Heiligen Schrift und christlicher Literatur. GutenbergbibelAußerdem sammeln sie Geld für arme Berufskollegen und andere Bedürftige.

Wenige Jahre später bilden die Handwerker, zu denen mittlerweile mehr hinzugekommen waren, den “Verein evangelisch-lutherischer Glaubensgenossen zur Unterstützung Armer und Kranker”.
1868 geht aus diesem Verein der “Lutheraner-Verein” hervor, da die Mitglieder sich immer intensiver mit der Heiligen Schrift beschäftigen. Ziel des “Lutheraner Vereins” ist, Lutherrosedie lutherische Kirche wieder zur reinen lutherischen Lehre zurückzuführen.

Etwa zur selben Zeit bilden sich in Zwickau und Planitz ebenfalls Lutheranervereine. Sie geben Schriften verschiedener Pastoren heraus, die den Grund des Entstehens der Lutheranervereine deutlich machen.
Im selben Jahr werden in der lutherischen Landeskirche Sachsens die Glieder der unierten Kirche Preußens zum Abendmahl zugelassen.

Die Lutheranervereine stellen sich die Frage, ob die Abendmahlszulassung Unierter noch dem lutherischen Bekenntnis entspricht. Zum ersten Mal kommt der Gedanke auf, sich von der luth. Landeskirche zu trennen. AbendmahlZu dieser Zeit ist jedoch ein Austritt aus der Kirche noch nicht erlaubt.

1870 wird in Sachsen das Dissidentengesetz verabschiedet. Nun ist es möglich, aus der lutherischen Landeskirche auszutreten, ohne in eine andere staatlich anerkannte Kirche einzutreten. Zudem ist es erlaubt, neue “religiöse Vereine oder Genossenschaften” zu gründen. Für Gottesdienste (mit Gebeten, Liturgie und Abendmahlshandlungen) und zum Anstellen von Predigern benötigt man jedoch eine staatliche Genehmigung.

Der Religionseid

Von Anfang Mai bis Anfang Juni 1871 tagt die erste evangelisch-lutherische Landesynode und verhandelt unter anderem über den Religionseid. Schließlich wird dieser durch eine Gelöbnisformel ersetzt, die die Pastoren nicht mehr an die lutherischen Bekenntnisse bindet.Augsburger Konfession Im Juli des Jahres 1871 tritt die neue Gelöbnisformel in Kraft.

Schwere Entscheidung

Im August 1871 tritt der Vorsitzende des Dresdner Lutheranervereins aus der lutherischen Landeskirche aus. Weitere Mitglieder in Dresden, Zwickau und Planitz folgen ihm.
m 3.September 1871 halten die ausgetretenen Dresdner ihren ersten Lesegottesdienst. Im Anschluss an den Gottesdienst wird der Beschluss gefasst, eine “evangelisch-lutherische Freigemeinde” zu bilden, deren vorläufige Leitung Eduard Gnauck übernehmen soll. Weitere Aufnahmen in die Gemeinde erfolgen nur nach gründlicher Prüfung durch die versammelte Gemeinde.

Gründung einer Gemeinde

Schon früher hatten sich die Mitglieder der Lutheranervereine an Prof. C.F.W. Walther von der Missourisynode gewandt. Nun schlägt dieser den Dresdnern vor, Pastor Ruhland als ihren Pastor zu berufen. Am 10.September folgen sie dem Vorschlag. Zwei Tage später wählen die 13 stimmberechtigten Glieder einen provisorischen Gemeindevorstand. Es wird nun eine Gemeindeordnung ausgearbeitet und den Planitzern zugesandt. Am 31.Oktober wird die “Verfassung der vom Staate unabhängigen evangelisch-lutherischen Kirche in Sachsen” verabschiedet und dem Kultusminister eingereicht.
Im November 1871 erhalten die Dresdner die Zusage Pastor Ruhlands. Am 4.April 1872 trifft er in Dresden ein. Zehn Tage später wird er durch Pastor Hein in Dresden eingeführt und predigt am 21.April das erste Mal in der sächsischen Landeshauptstadt. Eine Woche später hält er in Planitz seine Antrittspredigt.
Bis in den Mai 1872 zählt die Dresdner Gemeinde 17 stimmberechtigte Glieder. Im August 1876 gründen die sächsischen lutherisch freikirchlichen Gemeinden in Dresden die “Evangelisch-Lutherische Freikirche in Sachsen”. 1884 kauft die Dresdner Gemeinde ihr erstes eigenes Grundstück und errichtet noch im selben Jahr eine Kirche darauf.

Ein Neuanfang

Leider fiel diese Kirche den Bomben des 2.Weltkrieges zum Opfer. Von Kriegsende an war die Gemeinde gezwungen, in einem Mietshaus Gottesdienste zu feiern. Ein Kirchbau auf dem noch vorhandenen Grundstück wurde von Seiten des SED-Staates abgelehnt.Altarraum

Zeit in Altkaditz

1993 endlich konnte die Gemeinde das Grundstück Altkaditz 23 kaufen und hier ihr Gemeindezentrum ausbauen.
Am 27.Mai 1996 konnte der Kirchsaal in Altkaditz 23 eingeweiht werden. An dem Wochenende 7./8. September 1996 durfte die Gemeinde schließlich ihr 125jähriges Bestehen feiern. (Hier können Sie einen Vortrag über die Gemeindegeschichte lesen, der anlässlich dieses Tages gehalten wurde)

Unser neues Gemeindezentrum

Nach dem Verkauf des Grundstücks in Altkaditz 23 haben wir bis heute unser neues Gemeindezentrum in der Radeberger Straße 27 in der Radeberger Vorstadt ausgebaut
Inzwischen ist es fertiggestellt und wir halten unsere Gottesdienste dort.

Der dreieinige Gott wolle die Arbeit in unserer Gemeinde auch weiterhin segnen!

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